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Dicke Widersprüche

Haben deutlich übergewichtige Patientin wirklich immer einen gesundheitlichen Nachteil?

Es gibt einige kardiologisch bekannte sogenannte Adipositas-Paradoxa. Nun ist ein neues hinzugekommen. Kardiologen um Dr. Erick Holroyd von der Kardiologischen Universitätsklinik der North Midlands Universität haben 350.000 Registerdaten englischer Patienten ausgewertet. Die Originalarbeit finden Sie unter JACC: Cardiovascular Interventions, Volume 10, Issue 13, 10 July 2017, Pages 1293-1294

Es zeigte sich, dass die übergewichtigen Patienten mit einem steigenden BMI zunehmend höhere Überlebensraten nach einer Herzkranzgefäßerweiterung mittels Katheter hatten. Damit auch möglichst alle, eventuell das Ergebnis positiv beeinflussenden, Störgrößen eliminiert werden konnten, glichen die Forscher ihre Berechnung mit mehr als 20 Faktoren ab. Auch hiernach zeigte sich das beschriebene Ergebnis, wenn gleich es nicht mehr ganz so stark ausgeprägt war.

Eine Erklärung für das Adipositas-Paradoxon haben die Forscher nicht.

Kann man jetzt davon ableiten, dass es vielleicht doch besser ist adipös zu sein? Im Vergleich zum Untergewicht eindeutig ja. Hier haben viele Forschungen gezeigt, dass deutliches Untergewicht massive negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit hat. Im Vergleich zum Normalgewicht allerdings nicht. Denn leider verursacht die Adipositas mehr negative Gesundheitsfolgen als diese bei normalgewichtigen Patienten aufgetreten sind. Haben Sie allerdings einen Herzinfarkt erlitten und müssen sich einer Herzkranzgefäßerweiterung mittels Katheter unterziehen, dann sollten Sie schnell adipös werden. Das verbessert dann scheinbar ihre Überlebenschance. Wer aber schafft das schon?

Bleiben Sie mir lieber gesund.