In einem Faktenchecker Artikel von CORRECTIV, die auch für Facebook Faktenchecks durchführen, der jetzt auf web.de erschienen ist, wird eine Überschrift in der Welt kritisiert. Nach einem Interview, in dem von Prof. Bertram Häussler, der Arzt und Soziologe ist und das IGES Institut leitet, dass Studien im Gesundheitswesen durchführt, hat dieser Erkenntnisse aus einer Untersuchung wiedergegeben. Diese Untersuchung bezog sich auf die Sterbeursache bei an Covid-19 erkrankten Personen. Prof. Häussler hat gesagt: “Wir haben ermittelt, dass bei gut 80 Prozent der offiziellen COVID-Toten, die seit Anfang Juli (Anm.: 2021) gemeldet wurden, die zugrundeliegende Infektion schon länger als fünf Wochen zurückliegt und man daher eher davon ausgehen muss, dass Corona nicht die wirkliche Todesursache war.”. Daraus wurde wohl bei der Welt folgende Überschrift gemacht: “Verzerrte Zahlen”. Wolfgang Kubicki hat in seinem Account auf einem sozialen Netzwerk daraus gemacht: “Nach Berechnung des Gesundheitsforschungsinstitutes IGES ist bei ca. 80 Prozent der offiziellen “Corona-Toten” COVID nicht die Todesursache.” Und auf einem Account in den sozialen Netzwerken der AfD ist zu lesen: “In einem Interview mit der Tageszeitung “Die Welt” spricht der Mediziner Bertram Häussler Klartext: Demnach starben mehr als 80 Prozent der vermeintlichen “Covid-Toten” wohl nicht am Virus!”

Dieses wird zu Recht von CORRECTIV kritisiert, denn in der Tat hat das Prof. Häussler nie so gesagt. Es folgt eine Erklärung in dem von web.de veröffentlichten Artikel, in dem es heißt: “Die Aussage des Mediziners bezieht sich folglich auf den Zeitraum seit Juli und nicht auf die gesamte Pandemie. Häussler schreibt uns dazu: “Dieser Sachverhalt ist wichtig, da wir uns derzeit in einer anderen Phase der Pandemie mit anderen Inzidenzen als zur Hochzeit der Pandemie im vergangenen Jahr befinden.””
Der erste Teil, dass sich die Untersuchung ausschließlich auf den Zeitraum seit Juli 2021 bezieht, ist absolut und unumstößlich richtig, denn das tut die Untersuchung. Sie bezieht sich nur auf den Zeitraum seit Juli 2021.
Auch die zweite Aussage, dass sich die Untersuchung auf eine andere “Inzidenz als zur Hochzeit der Pandemie im vergangenen Jahr” bezieht, ist absolut richtig.
Leiten sich aber hieraus nicht folgende Frage ab:

1.) Wenn damals die Inzidenz anders war, wieso könnte dann möglicherweise heute, wo wir eine andere Inzidenz haben, die Todesursache eine andere sein? Hängen Todesursachen mit Inzidenzen oder mit Letalitäten zusammen? Waren nicht damals die Todesursachen, da sie möglicherweise nicht mit Inzidenzen sondern mit Letalitäten zusammen hängen, die überhaupt nicht untersucht wurden, ebenfalls nicht Covid-19?

2.) Wenn es damals (vor Juli 2021) eine Hochzeit der Pandemie gab, die nach Aussagen von Prof. Häussler derzeit nicht mehr vorhanden zu sein scheint, haben wir dennoch die Maßnahmen, die allesamt vor Juli 2021 eingeführt wurden. Müssen diese Maßnahmen weiterhin aufrecht erhalten werden, wenn die Pandemie keine Hochzeit mehr hat?