Der Vorstand der BKK ProVita (eine gesetzliche Krankenversicherung) hat einen Brief an das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), den GKV Spitzenverband, die Bundesärztekammer, die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), die Ständige Impfkommission (STIKO) und den BKK Dachverband geschrieben. Den Brief kann man im Wortlaut auf den Seiten der Berliner Zeitung nachlesen.

Was passiert, wenn jemand, dem an der Gesundheit der bei ihm versicherten Personen mehr als gelegen ist, der ein ureigenes Interesse daran hat, dass er eigentlich nur völlig gesunde Personen versichert, weil er damit Geld verdient und somit sofort für eine Impfung ist, wenn diese auch nur die geringste Aussicht auf Schutz vor einer schweren Erkrankung bietet, weil dann weniger Menschen behandelt werden müssen? Was passiert mit jemandem, der also folglich auf die Risiken der Impfung hinweist? Richtig. Er wird als Schwurbler bezeichnet und man unterstellt, das Krankenkassen auch alle lügen – was für ein Hohn. Insbesondere auch deshalb, weil Herr Schöfbeck in seinem Brief die oben angesprochenen Stellen direkt dazu aufruft, die von ihm erhobenen Daten extern zu validieren: “Die Zahlen könnten in unseren Augen relativ leicht und auch kurzfristig validiert werden, indem die andern Kassenarten (AOKen, Ersatzkrankenkassen, etc.) um eine entsprechende Auswertung der ihnen vorliegenden Daten gebeten werden.” Wie ärmlich ist es, jemandem wie Herrn Schöfbeck somit vorzuwerfen, er wäre ein Schurbler und die Krankenkassen würden lügen? Gerade die, die, wie gesagt, überhaupt kein Interesse daran haben, eine Impfung zu hinterfragen, wenn sie mehr nützt als schadet, völlig egal ob notwendig oder nicht.
Ich gehe später auf den Vorwurf des Schwurblers noch einmal ein.

Einer Ausführung möchte ich in dem Schreiben von Hr. Schöfbeck allerdings widersprechen, wobei man auch anmerken muß, dass er sich dieses hat nur erzählen lassen, somit ist ihm kein Vorwurf zu machen. Die Meldung einer Impfnebenwirkung ans PEI bedarf keiner 30 Minuten. Das ist dann doch etwas lang. Wenn ich als Arzt eine Impfnebenwirkung ans PEI melde, ist erst einmal zu unterscheiden, ob es sich um eine Verdachtsmeldung einer Impfnebenwirkung handelt, die im Rahmen einer Impfung gegen eine nicht im Rahmen des Infektionsschutzgesetztes aufgeführte Erkrankung eingetreten ist (z.B. Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV)) oder um eine Verdachtsmeldung einer Impfnebenwirkung handelt, die im Rahmen einer Impfung gegen eine im Infektionsschutzgesetzt aufgeführte Erkrankung eingetreten ist. Entsprechend gibt es zwei unterschiedliche Meldeformulare. Bei der Verdachtsmeldung einer Impfnebenwirkungen, die im Zusammenhang mit einer Coronaimpfung aufgetreten sein könnte, handelt es sich um eine 2-seitige Verdachtsmeldung. Ich habe schon mehrere Verdachtsmeldungen ans das PEI gemacht, sowohl im Zusammenhang mit Impfungen gegen Erkrankungen, die nicht im Infektionsschutzgesetzt aufgeführt sind, als auch solche, die dort aufgeführt sind. Ganz überwiegend und seit 2021 massiv zugenommen, haben bei mir die Meldungen ans PEI, die im Zusammenhang mit einer Impfung gegen Covid-19 eingetreten sein könnten.
Die Bearbeitung des Meldebogens nimmt bei mir ungefähr 15 Minuten in Anspruch, wenn man es sorgfältig macht und alle Daten zuvor erfasst wurden. Im Rahmen einer Leichenschau, wenn ein Patient möglicherweise im Zusammenhang mit einer Impfung verstorben ist, dann können häufig gar keine entsprechenden Vor-Diagnosen, Erkrankungen oder durchgeführte Untersuchungen angegeben werden, da mir diese nicht bekannt sind. In so einem Fall geht die Verdachtsmeldung sogar etwas schneller.
Was für mich neben der aufgewendeten Zeit viel unbefriedigend ist, wenn man sich schon die Mühe macht, möchte man gerne auch erfahren, dass die Meldung ernst genommen und bearbeitet wird. Meistens erhält man aber noch nicht einmal eine Eingangs- und Bearbeitungsbestätigung. Nur in ganz seltenen Fällen bekommt man ein Fax zurück, mit einer Bearbeitungsnummer, unter der der Vorgang geführt wird. Das alleine weckt die dumpfe Vermutung bei mir, dass überhaupt gar nicht alle gemeldeten Verdachtsfälle bearbeitet werden sondern nur jeder x-te gemeldete Verdachtsfall.

Einer weiteren Vermutung von Hr. Schöfbeck möchte ich auch etwas widersprechen und zwar der, dass es nur vermutete 2,5 – 3 Millionen Impfnebenwirkungen geben könnte. Ich glaube aus folgendem Grund, dass es dramatisch viel mehr sind.
Wie Herr Schöfbeck ausführt, hat er eine Analyse über die gültigen ICD-Codes für Impfnebenwirkungen durchgeführt. Hierbei handelt es sich um die folgenden ICD-10 Codes:

A80.0 Akute paralytische Poliomyelitis durch Impfviren
B16.9 Gelbsucht bei akuter Virushepatitis B durch Impfung
B53.8 Impfmalaria
D69.58 Thrombozytopenie durch Impfung
D84.8 Primärer Immundefekt mit Virusinfektion nach MMR-Impfung
G03.8 Meningitis durch Schutzimpfung
G04.0 Enzephalitis als Impfkomplikation
L27.0 Dermatitis durch Impfung
L27.1 Lokalisierter Ausschlag durch Impfung
M02.2- Arthritis nach Impfung
R29.1 Meningismus durch Impfstoffe
T50.9 Vergiftung nach Impfung
T80.6 Enzephalopathie durch Schutzimpfung
T88.0 Infektion als Impfkomplikation
T88.1 Impfkomplikation (primäre Manifestation an der Haut)
T88.6 Analphylaktischer Schock nach Covid-19 Impfung)
U12.- Unerwünschte Nebenwirkung bei der Anwendung von COVID-19 Impfstoffen
Y59.- Unerwünschte Nebenwirkung bei therapeutischer Anwedndung von Impfstoffen oder sonstigen biologisch aktiven Substanzen
Y59.9 Komplikationen bei Impfungen oder korrekter therapeutischer Anwendung sonstiger biologisch aktiver Substanzen.

Wie er in einer Stellungnahme vom 25.02. (Anmerkung zu dem Link siehe am Ende des Posts) ausführt, hat er die folgenden ICD-10 Codes berücksichtigt:

T 88.1 Impfkomplikation (primäre Manifestation an der Haut)
T 88.0 Infektion als Impfkomplikation
U12.9 Unerwünschte Nebenwirkung bei der Anwendung von COVID-19 Impfstoffen
Y59.9 Komplikationen bei Impfungen oder korrekter therapeutischer Anwendung sonstiger biologisch aktiver Substanzen.

Die anderen möglichen Impfkomplikationen machen so derartig wenig Sinn, weil sie so extrem selten auftreten, dass hierfür eine Datenanalyse nur unnötige Zeit verbrauchen wurde.

Die ICD-Cods T88.1 und T88.0 können alleine verschlüsselt werden, d.h. hier benötigt man als Arzt keine weitere Diagnose. Die Diagnosen U12.9 und Y59.9 können jedoch nicht alleine verschlüsselt werden. Hier benötigen sie als Arzt eine weitere Diagnose, um diese beiden Verschlüsselung zu können, z.B. Herzrhythmusstörungen (I49.9). Umgedreht benötigen sie als Arzt jedoch für die Diagnose Herzrhythmusstörung (I49.9) keine weitere Diagnose.
Daher glaube ich, dass die Nebenwirkungen untererfasst sind. Kommt ein Patient zu mir, so muß ich, wenn ich die Diagnose einer Impfnebenwirkung wie oben beschrieben angebe, zwingend noch eine weitere angebe. Wenn aber der Patient wegen Herzrhythmusstörungen ankommt und ich nur diese verschlüssel, so ist für die Krankenkasse überhaupt nicht ersichtlich, ob diese durch eine Schilddrüsenüberfunktion oder im Rahmen einer Impfnebenwirkung aufgetreten ist. Gerade im Krankenhaus, wo möglicherweise einige Patienten mit einem Apoplex, Sinusvenenthrombose oder sonstigen weiteren schweren Impfnebenwirkungen aufgenommen wird, wird häufig die “Hauptdiagnose” Apoplex (I64) oder Sinusvenenthrombose (G08) verschlüsselt und entweder die Impfnebenwirkung als diese gar nicht erkannt, weshalb keine entsprechende ICD-Diagnose mit verschlüsselt wird oder aus den von Hr. Schöfbeck angesprochenen zeitlichen Gründen lieber weggelassen, weil man dann ja noch eine Meldung ans PEI machen müßte. Und dazu haben die Kollegen im Krankenhaus definitiv bei der Menge keine Zeit mehr. Auch der niedergelassene Arzt hat hierzu wenig bis überhaupt keine Zeit, wie von Hr. Schöfbeck angesprochen. Allerdings führen beide und vor allem der erste angesprochene Punkt (überhaupt gar nicht erkannte Impfnebenwirkung) dazu, dass diese in meinen Augen sogar noch mehr untererfasst sind, als Hr. Schöfbeck es ausführt.

Ganz besonders schlimm finde ich es, dass der Vorsitzende des Virchow Bundes, Dr. Dirk Heinrich, Hr. Schöfbeck als Schwurbler bezeichnet. Hr. Schöfbeck hat, wie er in der Stellungnahme selbst schreibt, lediglich eine Datenanalyse der ihm zur Verfügung gestellten Daten durchgeführt. Er “interpretiert diese Daten nicht” und überlässt genau dieses den entsprechenden Stellen. Weiterhin für der Vorsitzende des Virchow Bundes folgendes aus: “Handelt es sich dagegen um einen Verdacht auf „über das übliche Maß hinausgehende“ Nebenwirkungen, sind Ärzte verpflichtet, diese an das PEI zu melden. „Das ist ein eklatanter Unterschied, den die Kasse hier unter den Tisch fallen lässt.””. Woher weiß Herr Heinrich das? Er hat sich überhaupt nicht mit der BKK in Verbindung gesetzt, wie Hr. Schöfbeck schreibt. An dieser Stelle wirft der Vorsitzende des Virchow Bundes aus, dass zwei unterschiedliche Dinge mit einander vermischt werden, um gleich darauf selbiges zu tun. er vermischt die reine Datenanalyse, die die BKK durchgeführt hat mit den Satzungsleistungen, die die BKK anbietet, interpretiert und vermischt beides nach gut dünken und nach seinem Belieben.
Das ist eher Schwurbeln, als das was Hr. Schöfbeck tut.

Anmerkung zum Link bezüglich der Stellungnahme
Nach nur 4 Tagen, am 01.03., wurde Hr. Schöfbeck fristlos entlassen. Zu der Stellungnahme, die ich oben verlinkt habe, gibt es auf den Seiten der BKK Provita nur noch eine Fehlermeldung. Wie traurig ist das denn?
Man wertet vorhandene Zahlen aus, bewertet diese nicht, ruft sogar offizielle Stellen dazu auf, diese bei anderen Krankenkassen zu validieren und wird deshalb fristlos entlassen.
Zeiten, in denen Menschen, die die Wahrheit aussprechen mit so massiven Repressalien zu rechnen haben, sind Zeiten, die an die schlimmste Vergangenheit in Deutschland erinnern lassen.
Genau um Ihnen aufzuzeigen in welchen Zeiten wir leben, lasse ich den gesamten Post mit seinem nicht mehr funktionsfähigen Link bewusst stehen, um aufzuzeigen, wie weit wir inzwischen in der Demokratie abgerutscht sind.

Allerdings gibt es das Internet und das vergisst bekanntlich gar nichts. In diesem Fall doch etwas sehr gutes und dank meiner guten Freundin, kann ich Ihnen die Originalstellungnnahme der BKK von Hr. Schöfbeck nun doch wieder im Original verlinken.

Gerne verlinke ich auch einen aktuellen Bericht zu den Vorgängen bei der BKK Provita rund um Hr. Schöfbeck ohne weiteren Kommentar, da mich das Vorgehen einfach nur absolut sprachlos zurücklässt. “Nach Kassen-Kritik an Impfnebenwirkungszahlen: „Wir müssen ihn sofort entfernen“