Wie würden Sie es bezeichnen, wenn ich Ihnen etwas empfehle, was gegen etwas wirkt, was schon länger im wesentlichen vorbei ist und noch dazu eigentlich überhaupt nicht geprüft wurde? Vermutlich würden Sie mich für völlig verrückt erklären und die weitere medizinische Behandlung durch mich verweigern, völlig zu Recht.

Anders die STIKO, die am RKI angesiedelt ist und damit dem Bundesgesundheitsminister untersteht. Die STIKO empfiehlt doch tatsächlich die Omikron-Impfstoffe zur Corona-Boosterung.


Quelle: Berliner Zeitung

 

Soweit so gut. Über eine Impfung gegen eine primäre obere Atemwegserkrankung und noch dazu über die Anwendung der mRNA-Technologie gibt es bekanntermaßen und zu Recht sehr unterschiedliche Meinungen. Die STIKO, ein medizinisches Institut, sollte sich meiner Meinung nach allerdings an die bekannten und “erprobten” Vorgehen in der Medizin halten.
Als erstes, finde ich, zählt dazu, etwas zu empfehlen, was der aktuellen Situation entspricht. Natürlich kann ich auch heute noch uneingeschränkt für jede Wunde die Spülung mit Wasserstoffperoxid empfehlen. Allerdings ist das mehr als veraltet und wir haben neue Erkenntnisse über die Therapie insbesondere problematischer Wunden. Wasserstoffperoxid gehört ganz sicher nicht mehr dazu.

Wie verhält es sich in diesem Kontext mit der Empfehlung einer Impfung gegen Viren oder Virusvarianten, die schon längst nicht mehr präsent sind oder im Rückzug begriffen sind? Wie sieht es da nun mit dem aktuellen von der STIKO empfohlenen Impfstoff für den Corona-Booster aus?


Quelle: Berliner Zeitung

 

Der aktuelle Impfstoff wurde an die Omikron-Mutation BA.1 sowie BA.4/BA.5 angepasst und enthält darüber hinaus das ursprüngliche Coronavirus, die Wuhanvariante. Damit soll eine “(…) bessere Immunantwort gegen Omikron und eine Auffrischung gegen den sogenannten Wildtyp.” (die Wuhanvariante) erreicht werden. Wenn ich Sie in der kommenden Zeit mit dem Grippeimpfstoff aus dem Jahr 2018/2019 impfen würde, erreiche ich möglicherweise eine Auffrischung gegen die Grippeviren 2018/2019. Allerdings könnte der Unsinn auch nicht größer sein, denn wir kommen in die Grippesaison 2022/2023.
Natürlich kann ich Sie auch gegen Cholera in Deutschland impfen. Der Sinn dahinter ist allerdings mehr als fraglich.
Nun könnten wenigstens die Omikran-Mutationen BA.1 sowie BA.4/BA.5 noch sinnvoll sein, wenn sie denn noch zirkulieren und es vor allem zu erwarten ist, dass diese zukünftig ein Problem darstellen könnten. Derzeit zirkulieren diese Mutationen möglicherweise noch. Allerdings ist zwischenzeitlich ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung gegen diese Varianten immunisiert, denn die Praxen waren in den letzten Monaten voll mit Coronapatienten, die entsprechende grippale Infektsymptome hatten. Darüber hinaus ist zu erwarten, dass BA.1 sowie BA.4/BA.5 zukünftig überhaupt keine wesentliche Rolle mehr spielen werden, wie Prof. Streeck bei n-tv erklärt.


Quelle: n-tv

 

Selbstverständlich kann ich auch den guten alten Nylonstrumpf als Keilriemenersatz nehmen, wenn mir dieser gerissen ist. Über die Wirksamkeit dieser Maßnahme sollte Ihnen der Mechaniker in Ihrer Werkstatt besser Auskunft geben können als ich.

Neben der Wirksamkeit von medizinischen Maßnahmen ist auch immer die Erkenntnis dieser ein wichtiger Aspekt, bevor man sie anwenden sollte. Bereits bei dem bisherigen Einsatz der mRNA-Technologie lief bekanntermaßen nicht alles so glimpflich ab, wie ursprünglich mal von unterschiedlichen Experten behauptet wurde.

 


Quelle: Twitter Account von Karl Lauterbach

 

Wie sieht es aber mit der Sicherheit aus, d.h. wenn ich Ihnen etwas empfehle, sollte die Sicherheit nachgewiesen worden sein, im Idealfall in doppelblind, placebokontrollierten, randomisierten Studien.
Die STIKO hat da scheinbar doch große Schwierigkeiten, Daten aus entsprechenden Studien vorlegen zu können, anhand derer sie ihre Empfehlung ausspricht.


Quelle: Berliner Zeitung

 

Um es mal ganz deutlich und plakativ auszudrücken: Das Zeug wurde noch NIE am Menschen getestet, hinsichtlich der BA.4 und BA.5 Variante! Bereits die ursprüngliche mRNA-Technologie wurde in einer mehr als sehr fragwürdigen und eindeutig interessengeleiteten Studie erforscht. Die aktuelle STIKO Empfehlung beruht jetzt hingegen, wie sie selber zugibt, auf Daten, die allesamt NICHT aus Studien am Menschen gewonnen wurden. Nun könnte man möglicherweise bei einer unter Umständen derart gefährlich verlaufenden Erkrankung wie Corona argumentieren, es wäre ausnahmsweise ausreichend, eine Technologie zuzulassen und zu empfehlen, die ausreichend an Tieren und auch an Großtieren, d.h. Tieren die dem Menschen extrem ähnlich sind, z.B. Menschenaffen, getestet zu haben. Da sollte man als erstes einmal ernsthaft über die “derart gefährlich verlaufende Erkrankung” diskutieren. Aber selbst wenn das geschehen wäre, muß man schlicht und ergreifend anerkennen, dass die von der STIKO empfohlene Impfung, zumindest bezüglich der BA.4 und BA. 5 Variante keineswegs auch nur annähernd an irgendwelchen Tieren in nennenswertem Umfang getestet wurde. Sie wurde an 8(!) Mäusen getestet. Und weil diese nicht gestorben sind, leben sie noch heute. Ob das aber auch auf den Menschen zutrifft? Keiner kann das sagen.

Die Tatsache, dass diese mRNA-Technologie bisher nur an 8 Mäusen ausprobiert wurde, ändert sich auch nicht, in dem die sogenannten Faktenchecker schlicht und ergreifend etwas anderes behaupten. Es bleiben 8 Mäuse.

 


Quelle: BR

 

Es macht mir eher den Eindruck, als dass diese Faktenchecker einfach nur etwas schreiben, ohne sich wirklich darüber im Klaren zu sein, was sie schreiben oder schlicht und ergreifend nicht verstehen, was beispielsweise die STIKO sagt. Heißt es bei den angeblichen Faktencheckern doch:
“”Die Studiendaten umfassen übrigens 8 Mäuse…” Das ist falsch. Denn er bezieht sich auf einen anderen Impfstoff.”. Und dann weiter heisst es: “Dieser Booster-Impfstoff ist allerdings ein anderer als der, um den es bei der erwarteten Zulassung in Deutschland geht. Er richtet sich gegen die Omikron-Subvarianten BA.4 und BA.5.”
Hat nicht selbst die STIKO geschrieben (siehe oben):
“(…) das an die Omikron-Varianten BA.4 und BA.5 angepasst sei. (…) keine Daten vorliegen würden, die aus Studien an Menschen gewonnen worden seien. Die zuständigen Behörden würden die Präparate auf Grundlage von Versuchen an Mäusen und Erkenntnissen über Vorläufer der Impfstoffe freigeben.”

Solide fachkundige Berichterstattung liebe Faktenchecker ist und geht anders!

Zusammenfassend kann also festgehalten werden:

  1. die STIKO empfiehlt eine Impfung gegen Corona mit einem Impfstoff, der zum einen nur einen alten, überhaupt nicht mehr existenten Wildtyp enthält
  2. die weiterhin enthaltenen Varianten sind deutlich auf dem Rückzug und werden vermutlich zukünftig überhaupt nicht mehr relevant sein
  3. die Empfehlung eines Impfstoffes der STIKO erfolgt einzig und alleine aufgrund von Daten aus Tiermodellen, wobei es sich hier um 8 Labormäuse handelt, die angeblich allesamt an der Impfung nicht gestorben sind.

Na Prost Mahlzeit!