Ich möchte die Antwort vorweg nehmen: Nein, ich bin nicht masochistisch veranlagt. Ich würde auch niemanden verurteilen, der es ist und sehe dieses noch nicht einmal als Erkrankung an, wenn es in gegenseitigem Einvernehmen stattfindet, anders als die Internationale Klassifikation von Erkrankungen, die für den Masochismus eine ICD-Codierung vorsieht:

F65.5
Sadomasochismus
Info:
Es werden sexuelle Aktivitäten mit Zufügung von Schmerzen, Erniedrigung oder Fesseln bevorzugt. Wenn die betroffene Person diese Art der Stimulation erleidet, handelt es sich um Masochismus; wenn sie sie jemand anderem zufügt, um Sadismus. Oft empfindet die betroffene Person sowohl bei masochistischen als auch sadistischen Aktivitäten sexuelle Erregung.

Inkl.:
Masochismus
Sadismus

Ich denke mir, soll doch jeder tun und lassen, was ihm in seinem Schlafzimmer Spaß macht.
Trotzdem sehe ich mir gelegentlich Videos mit Aussagen von Lauterbach und diese sogar in meinem Wohnzimmer, an. So auch das Video mit seinem Statement von der Weltgesundheitsversammlung vom 23.05.. Es sind 1:04 Minuten reine Folter für mich. Und wem das noch nicht reicht, der kann auch noch die Langfasssung über 7:50 Minuten bekommen. In der Langversion schwurbelt er dann auch noch irgendetwas über die Ukraine. Ich muß zugeben, ich habe es mir nur ein paar wenige Sekunden angehört, nämlich genau bis zu 25. Sekunde, als er sagte, dass irgend jemand scheinbar mit ihm zusammen die Ukraine unterstützen müsse.
Angemerkt an dieser Stelle sei, dass ich das nicht abgebrochen habe, weil ich denke, dass man die Ukraine nicht unterstützen sollte. Sondern ich habe es abgebrochen, weil ich erstens denke, was äußert sich der Gesundheitsminister zu außenpolitischen Themen, haben wir dafür nicht einen Außenminister? Weiterhin befürchte ich, Lauterbach fängt dann wieder mit der bekannten schwarz-weiß Malerei, die guten Amerikaner, die armen Ukrainer und die bösen Russen an, was ich überhaupt nicht mehr ab kann, sondern für eine differenzierte Betrachtungsweise der Situation bin, mit den Fragen, wer hat wie (zugegebenermaßen zum Schluß in meinen Augen falsch) reagiert, wieso hat der Russe so reagiert und was sind die jahrelang dieser Reaktion vorausgegangenen Ereignisse.
Da ich aber kein außenpolitischer Berater oder ein entsprechendes Büro habe, beschränke ich mich auf die gesundheitspolitischen Tatsachen, denn da kenne ich mich aus und traue mir zu, fundierte Einschätzungen abgeben zu können.

Zurück also zu den für mich 1:04 masochistischen Minuten des gesundheitspolitischen Exzerpts von Lauterbach. Ich führe es Ihnen einmal wortwörtlich auf, was er gesagt hat.
“Der weltweit Ausbruch von Affenpockeninfektionen ist so ungewöhnlich, dass wir uns Sorgen machen müssen, ob er so abläuft wie frühere Affenpocken-Ausbrüche. Es ist eher damit zu rechnen, dass sich die Art und Weise, wie das Virus sich verbreitet, geändert haben könnte, so dass wir jetzt schnell und hart reagieren müssen, um einen globalen Ausbruch wieder einzudämmen. Wir stehen im engen Austausch mit nationalen und internationalen Behörden und Wissenschaftlern und das ist auch ein Thema hier bei der Weltgesundheitsversammlung. Es ist jetzt der Zeitpunkt, wo wir ohne Stigmatisierung trotzdem die Risikogruppen ehrlich ansprechen müssen, das ist zum Schluss auch zum Schutz dieser Risikogruppen und darf nicht falsch verstanden werden, also eine Stigmatisierung von Männern, die Sex mit Männern haben. Aber trotzdem muss ehrlich gesagt werden, dass das zum jetzigen Zeitpunkt die Gruppe ist, wo es sich am stärksten ausbreitet. Das kann sich jederzeit ändern und um dies zu verhindern, muss schnell und ehrlich reagiert werden.”

AUA!!!!!

Einfach ausgedrückt könnte ich sagen: “Hätte hätte Panzerkette”. Etwas besser ausgedrückt und da wir mir jeder Kommunikationswissenschaftler zustimmen, ist: “Wenn ich nichts weiß, weiß ich einfach nichts.”
Ich hatte heute eine Patientin, die meine Meinung zu einem ganz speziellen Thema wissen wollte. Sie stellte mir ihre Frage dazu und meine Antwort war: “Ich weiß es nicht. Dazu kann ich nichts sagen.” Sie war völlig perplex. Das allerdings nicht, weil ich zu dem Thema nichts wußte, denn es war ein absolutes “Nischen-Thema”, wie die Patientin auch zugab, sondern weil ich ihr schlicht und ergreifend gesagt habe, dass ich darüber nichts wüßte. Ja, ich bin mir bewusst, dass ich nicht der Halbgott in weiß bin. Ich weiß nicht alles und wenn ich ehrlich bin, weiß ich vieles nicht. Aber ich weiß, was ich weiß, dass ist wiederum dann doch irgendwie sehr viel und ich kann mich weiterbilden, wenn es mich interessiert und ich es als notwendig erachte. Schon der olle Sokrates soll gesagt haben: “ipse se nihil scire id unum sciat“, was übersetzt soviel heißt wie, “Ich weiß, dass ich nichts weiß”. Damit habe ich enormen Respekt vor den Wissenden, was leider nicht auf die Aussagen von Lauterbach zutrifft. Damit möchte ich gerne auf die Ausführungen von Lauterbach im Rahmen der Weltgesundheitsversammlung zurückkommen, ohne auf diese Veranstaltung an sich näher einzugehen.

Im ersten Satz sagt Lauterbach, dass etwas ungewöhnlich ist, konkret der Ausbruch der Affenpocken weltweit. Der Wissenschaftler macht nach so etwas erstaunt einen Punkt. Lauterbach, dessen akademische Fassade mehr und mehr bröckelt und schon seit über 10 Jahren in Frage gestellt wird, macht jedoch eine Aussage, Vermutung, ohne Punkt sondern mit Komma und genau das ist das gefährliche und führt zur Stigmatisierung und ist absolut wissenunschaftlich. Ein seriöser Wissenschaftler findet etwas ungewöhnlich, wirft Fragen ausgehend davon auf und konzipiert eine fundierte Untersuchung. Definitiv würde er sich davor hüten, eine nicht validierte Aussagen, wie es Lauterbach macht, zu tätigen. Lauterbach schlußfolgert aus dem ungewöhnlichen, dass “wir uns Sorgen machen müssen”. Wieso? Wir wissen doch diesbezüglich überhaupt nichts. Also, man kann sich Sorgen machen, wenn man besser einem Panikministerium als einem Gesundheitsministerium vorsteht, muß man aber nicht. Man kann auch fragen, was steckt hinter dem weltweiten Ausbruch der Affenpocken, ist es wirklich so ungewöhnlich und wieso bricht es weltweit aus. Sehr schnell findet man mit dieser Frage heraus, dass sich die Welt von Lauterbach scheinbar auf die USA, Kanada, Australien, VAE, Israel, Italien, Frankreich, Schweiz, Slowenien, Österreich, Tschechische Republik, Belgien, Niederlande, Dänemark, Schweden, Finnland, Großbritannien und Deutschland beschränkt.


Quelle: Berliner Morgenpost (Stand: 25.05.2022)

 

Das sind genau 18 Ländern von 195, die von der UN anerkannt werden. Ich finde, wenn etwas in knapp 10% der Ländern dieser Welt auftritt von weltweit zu sprechen, zeigt eine sehr eingeschränkte, wissenschaftlich absolut unseriöse Sichtweise auf die Definition eines weltweiten Ausbruchs. Dieser sollte meiner Meinung nach mindestens 50%, eher 75% der Länder dieser Welt umfassen.
Wenn man dann weiter recherchiert, findet man, dass vermutlich(!) in Gran Canaria auf einer Gay Pride Party und möglicherweise in einer Schwulensauna in Madrid das Virus übertragen wurde. Das wird für später noch wichtig. Derzeit können wir festhalten, dass Affenpockenerkrankungen in 18 von 195, knapp 10% der weltweiten Staaten, “ausgebrochen” zu sein scheint.
Da kann man, wenn die Sichtweise etwas eingeschränkt ist, durchaus schon von einem weltweiten Ausbruch sprechen. Allerdings kann man auch erst einmal wissenschaftlich an die Sache herangehen und es nüchtern betrachten. Dann allerdings sollte bei einem so “weltweiten” Ausbruch einer an für sich nicht besonders gefährlichen Erkrankung das Interesse an weiteren Informationen im Vordergrund stehen und nicht die pauschale Sorge, die Lauterbach äußert. 

Damit möchte ich zum zweiten Satz von Lauterbach kommen: “Es ist eher damit zu rechnen, dass sich die Art und Weise, wie das Virus sich verbreitet, geändert haben könnte, so dass wir jetzt schnell und hart reagieren müssen, um einen globalen Ausbruch wieder einzudämmen.”
Ich mache es kurz. Es könnte(!) sein, dass sich die Verbreitung des Virus verändert hat. Es tut mir leid Ihnen das sagen zu müssen, es könnte auch sein, dass Sie einen Tumor haben. Wieso aber, wenn es sein könnte, müssen wir dann schnell und hart reagieren? Wieso muß ich sie chemotherapieren, wenn es sein könnte(!), dass Sie einen Tumor haben? Sollte ich nicht erst sicher sein, dass Sie einen Tumor haben, bevor ich sie chemotherapiere? Sollte es nicht erst gesichert sein, dass sich die Verbreitung des Virus geändert hat, bevor ich “schnell und hart” reagiere? Vielleicht hat sich auch nur meine Sichtweise geändert. Nun kann es auch berechtigt sein, “schnell und hart” zu reagieren, wenn es sich um eine Erkrankung handelt, die eher tödlich als harmlos und lästig verlaufen wird, ich denke hier z.B. an Ebola. Aber die Affenpocken sind nun einmal eben gerade nicht Ebola oder eine Marburg-Virusinfektion. Da muß ich nicht schnell und vor allem auch nicht hart reagieren. Da kann ich erst einmal bei einer Vermutung wissenschaftlich vorgehen, denn anderenfalls verfalle ich wieder in die harten, schnellen und keineswegs wissenschaftlich fundierten Maßnahmen wie bei der “Coronapandemie”, deren wissenschaftliche Evaluation durch Lauterbach bekanntermaßen weiterhin verzögert wird. Über den angeblichen globalen Ausbruch brauche ich an dieser Stelle nach den Ausführungen weiter oben hoffentlich nicht näher eingehen.

Dann aber folgt wieder der Hohn eines Karl Lauterbachs mit dem Satz: “Es ist jetzt der Zeitpunkt, wo wir ohne Stigmatisierung trotzdem die Risikogruppen ehrlich ansprechen müssen, das ist zum Schluss auch zum Schutz dieser Risikogruppen und darf nicht falsch verstanden werden, also eine Stigmatisierung von Männern, die Sex mit Männern haben.” Er möchte niemanden stigmatisieren, aber führt sogleich eine angebliche “Risikogruppe” an, nur um diese anschliessend sofort wieder nicht “falsch zu verstehen”. Was bitte kann ich daran falsch verstehen, wenn lediglich in EINEM(!) Land der weltweiten 18 Ländern, in denen das Affenpockenvirus bisher ausgebrochen ist, somit also in 1/195-stel = 0,5% der weltweiten Länder das Virus irgendwie im Zusammenhang mit homosexuellen Männern zu stehen scheint und dieses so von Lauterbach ausgesprochen wird? Ich sage Ihnen was man daran falsch verstehen kann. NICHTS. Es gibt da nichts zu verstehen. Es ist wie es ist. Lediglich in 1 von 18 Ländern, in den Affenpocken mit Stand heute vorkommt, was immer noch nur 5,55% sind, ist der Ausbruch irgendwie im Rahmen einer vermehrten Ansammlung von homosexuellen Männern aufgetreten. Also in 94,5% der Fälle scheint es ÜBERHAUPT nichts mit den sexuellen Vorlieben zu tun zu haben. Bereits das Redaktionsnetzwerk Deutschland schreibt: “Bislang sieht es so aus, dass sich Affenpocken-Viren nicht so einfach von Mensch zu Mensch übertragen wie das Coronavirus. (…) Übertragungen von Mensch zu Mensch sind dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge zwar möglich, vor allem bei engem Kontakt. Aber das kommt selten vor – durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten oder Schorf der Affenpocken-Infizierten, vermutlich auch im Rahmen von sexuellen Handlungen.”. Somit sind es eventuell die sexuellen Handlungen, die zu einer Übertragung der Affenpocken geführt haben könnten. Diese finden aber nicht ausschließlich unter homosexuellen Männern statt sondern jeden Tag zig Millionenmal überall. Somit könnte man aller höchsten vor gehäuften sexuellen Kontakten warnen, über die das Virus möglicherweise übertragen wird. Dann betrifft dieses aber alle Menschen, die sexuellen Kontakt haben. Durch diese Aussage von Lauterbach werden wieder einmal homosexuelle Männer diskriminiert, als Verursachen einer Erkrankung dargestellt und es führt (wieder) zu einer Spaltung der Gesellschaft.

Waren es bei Corona lange Zeit die Kinder, sind es jetzt (wieder – wie in den 80ziger Jahren) schwule Männer. Einfach nur abscheulich, wenn ich nichts weiß, erstens Panik zu verbreiten und mein Nichtwissen auch noch dazu zu nutzen, um die Gesellschaft weiter zu spalten und eine bestimmte Personengruppe zu stigmatisieren, denn genau das tut er mit seiner Aussage.