Um die Frage nach einer Impfpflicht zu beantworten, müssen zuvor einige wesentliche andere Fragen beantwortet werden. Hierzu gehört beispielsweise die Frage nach der Infektiosität, der Frage nach der Letalität und sicherlich auch die Frage nach dem, welchen Schutz die Impfung bietet.

Zuerst ein paar Informationen zum SARS-CoV-2 Erreger und COVID-19 Erkrankung. Hierzu gibt es einige interessante Informationen im „Epidemiologischer Steckbrief zu SARS-CoV-2 und COVID-19, aktueller Stand 26.11.2021.

Bei der Infektiösität steht es ausser Frage, dass es ebenso infektiös ist wie andere obere Atemwegserkrankungen auch. Das erleben wir immer wieder. Ist einer infiziert, sind, unter gegebenen Umständen, gleich noch ein paar mehr infiziert. Hier unterscheidet sich Corona nicht von anderen oberen Atemwegserkrankungen.

Wenn man einen Blick auf die Letalität wirft, dann ist diese dort mit 0% in der jüngsten Altersgruppe bis etwa 10-30% bei den 80+ jährigen, in Abhängigkeit der Risikofaktoren, angegeben. Dieses muss man ins Verhältnis der Lebenserwartung setzen und kann sich parallel dazu die Sterbetafeln ansehen, um eine Vorstellung davon zu bekommen, ob das hoch ist oder zu erwarten ist. Grundsätzlich gilt die Aussage, je älter jemand ist, umso höher ist sein Sterberisiko, d.h. Alter per se ist mit einer steigenden Letalität verbunden, die zwingend irgendwann auf 100% steigen muss. Wäre dieses nicht so, würde es irgendwo auf dieser Welt einen Menschen geben, der niemals stirbt. Die Lebenserwartung eines 2020 geborenen Jungen beträgt 78,6 Jahre und eines Mädchen 83,4 Jahre. Bekannt ist, dass die Lebenserwartung von Neugeborenen kontinuierlich steigt und dieses hoffentlich auch zukünftig noch tun wird. Wenn also 2020 jemand bereits 70 Jahre alt war, dann lag seine Lebenserwartung nicht bei 78,6 bzw. 83,4 Jahren, sondern man muss die Lebenserwartung zum Zeitpunkt seiner Geburt 1950 zugrunde legen. Damals war sie noch deutlich kürzer als 2020. Der Einfachheit halber legen wir aber die Lebenserwartung von 2020 zugrunde. Somit führt die Aussage, dass die Letalität von 80+ jährigen bei einer SARS-CoV-2 Infektion bei 10-30% liegt zur Beruhigung, denn es zeigt sich, dass hierdurch keine überhöhte Letalität eintritt. Wie die Sterbeziffern von statista  zeigen, liegt die natürliche Letalität der 80+ jährigen Männern bei 81,8% und der 80+ jährigen Frauen bei 69,0% und damit um ein vielfaches überhalb der SARS-CoV-2 Letalität in diesen Altersgruppen.
Sehr deutlich zeigt auch die folgende Sterbetafel, wie die Sterblichkeit ganz massiv mit zunehmendem Alter einsetzt.


Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/b/b3/Sterbetafel.svg

 

Das Corona 2020 nicht zu einer Übersterblichkeit geführt hat, hat auch eine Untersuchung von Forschern der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) bestätigt. Hier heißt es: „Das Ergebnis: 2020 gab es keine Übersterblichkeit in Deutschland (…) Berücksichtigt man die Alterung der Gesellschaft, können die Studienautoren für Deutschland sogar eine Untersterblichkeit für 2020 nachweisen (2,4 %). Das mediane Sterbealter der an oder mit COVID-19 Verstorbenen lag bei über 80 Jahren (…)“.
Insbesondere das Sterbealter ist nicht überraschend, da in diesem Alter, wie ausgeführt, die Sterberate sowieso bei 81,8% der Männer und 69,0% der Frauen liegt.

Hinsichtlich einer Immunität, also eines Schutzes vor einer Infektion heißt es beim RKI: „Es ist unklar, zu welchem Grad die Antikörper-Titer mit einem Schutz vor einer Reinfektion oder schweren Erkrankung korrelieren.“ Dieses ist bezogen auf eine Infektion mit dem Virus. Wenn durch eine Impfung jedoch genau diese Infektion nachgeahmt werden soll, dann trifft diese Aussage auch auf die Antikörper zu, die im Rahmen einer Impfung gebildet werden. Somit ist unklar, zu welchem Grad die Impfung, die zu einer entsprechenden Antikörper-Titer Bildung führt, Schutz vor einer Infektion, Reinfektion oder schweren Verläufen beiträgt bzw. schützt. 

Zusammengefasst führt das zu der Frage, was bringt die Impfung eigentlich? Wenn man diese Frage stellen kann und nur unsicher beantworten kann, finde ich, erübrigt sich die Frage nach der Impfpflicht, da die grundlegenden Fragen nicht geklärt sind.