Corona – Die Lüge mit Zahlen

Ein wunderbares Beispiel wie mit Zahlen einfach eine vollständig falsche Wahrnehmung erzeugt werden kann, zeigt die Pressemitteilung Nr 179 vom 22. Mai 2020 des Statistischen Bundesamtes DSTATIS. Überschrieben war sie mit einer Übersterblichkeit von 3% in der Kalenderwoche 17 über dem Durchschnitt der Vorjahre. Ich habe einmal die der Grafik zugrundeliegenden Daten im folgenden aufgeführt. Dabei finden Sie in der ersten Spalte die Kalenderwochen aus dem Jahr 2020 1 bis 17. Die zweite Spalte gibt die aus den Jahren 2016 bis 2019 durchschnittlich in der jeweiligen Kalenderwoche gestorbenen Personen an. Die dritte Spalte gibt die im Jahr 2018 in der entsprechenden Kalenderwoche und die vierte Spalte die im Jahr 2020 in der entsprechenden Kalenderwoche gestorbenen Personen an.

Wenn Sie nun die im Jahr 2020 in der Kalenderwoche 1 – 17 329.109 Gestorbenen von den im Jahr 2018 im selben Zeitraum abziehen, so kommt es zu einer Untersterblichkeit im Jahr 2020 von -25.845 Gestorbenen. Wenn Sie die 329.109 Gestorbenen aus den Kalenderwochen 1 – 17 aus dem Jahr 2020 von den aus dem Durchschnitt der Jahre 2016 – 2019, 333.551, abziehen, so kommen Sie zu einer Untersterblichkeit von -4.402.

Nehmen Sie nur, wie im Bericht angegeben, die KW 13 bis 17 heraus, so kommen Sie zu folgenden Zahlen:
2018 Gestorbene = 95.224
2020 Gestorbene = 96.836
2016-2019 im Durchschnitt Gestorbene = 90.076

2020 sind also 1,7% mehr gestorben als im vergleichbaren Zeitraum 2018 und 7,5% mehr als im Durchschnittszeitraum 2016-2019.
Bekanntermaßen hat Deutschland eine überalternde Gesellschaft. Unabhängig davon sterben niemals gleich viele Menschen innerhalb eines identisches Zeitraumes einer Vorperiode. Wenn also in einer Vorperiode “zu wenig” Menschen gestorben sind, dann müssen selbstverständlich zu einem späteren Zeitpunkt “mehr” (überproportional mehr) Menschen sterben. Anders ist die seit Jahren zurückgehende Population der deutschen Bevölkerung wohl nicht erklärbar und auch die so dringend benötigten Zuwanderer, damit wir nicht vollends aussterben.
Was wurde hier also gemacht? Zum einen wurde einfach ein beliebig kleiner Zeitraum gewählt, um mit Zahlen Populismus zu betreiben. Zum anderen wurden diese überhaupt nicht zu einer Vorperiode (KW 8 – 12) gesetzt. Ich tue das gerne einmal für Sie.
2018 Gestorbene (KW 8 – 12) = 122.362
2020 Gestorbene (KW 8 – 12) = 96.918
2016-2019 im Durchschnitt Gestorbene (KW 8 – 12) = 103.803

Mein Tipp an Sie, was man daraus hervorragend lernen kann: Wenn Sie einmal viele Zahlen haben, die gar nicht so spektakulär sind, dann suchen Sie einfach willkürlich einen beliebigen Zeitraum heraus und stellen nur diesen da. Die anderen Zahlen brauchen Sie überhaupt nicht verschweigen, so wie es in diesem Bericht ja auch nicht getan wurde. Aber Sie gehen einfach nicht drauf ein und schon wird ein nicht vorhandenes Problem oder auch ein winziges Problem, falls Sie dieses haben, riesig groß und sichtbar.

Bitte seien Sie immer schön aufmerksam bei Zahlen und Nachrichten, die Ihnen präsentiert werden. Sehen Sie sich diese genau an und hinterfragen Sie diese. Sind die Zahlen und die Nachrichten, aufbauend auf genau diesen Zahlen, wirklich so wie sie dargestellt werden oder wurde nur der Ausschnitt beliebig klein gewählt? Das ist ein sehr beliebtes Mittel in der Statistik. Damit bekommen Sie aus keinem Problem stets ein Problem. Das funktioniert einfach immer!

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Dr. med. Matthias Keilich