Schon länger beobachten wir in der Praxis, dass es bei Patienten nach der mRNA-Anwendung mit Comirnaty® von BioNTech zu scheinbar gehäuften Herpes Zoster (Gürtelrose) Ausbrüchen kommt. In der aktuellen Ausgabe der Arzneiverordnung in der Praxis (AVP)  der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft ist nunmehr eine Untersuchung hierzu veröffentlich worden, so dass man von dem subjektiven Gefühl des vermehrten Auftretens schlußendlich objektive Zahlen vorliegen hat, die dieses bestätigen. In dem Artikel “Herpes zoster nach COVID-19-Impfung” wird ausführlich über das vermehrte Auftreten von Herpes Zoster nach einer COVID-19 Infektion aber auch nach einer Impfung berichtet.

Die Untersuchung zeigte, dass die Patienten, die eine COVID-19 Erkrankung durchgemacht haben, ein um 15% höheres Risiko haben, im späteren Verlauf an einem Herpes Zoster (HZ) zu erkranken, im Vergleich zu denen, die keine Coronainfektion erlebt haben. Bei den Patienten, die wegen der Coronaerkrankung sogar hospitalisiert werden mußten, vermutlich weil sie einen schwereren Verlauf hatten, ist das Risiko sogar um 21% erhöht.

Weiterhin wurden in Israel anhand von 884.828 Geimpfte und 884.828 Nicht Geimpften untersucht, ob hier das Risiko an einem Herpes Zoster zu erkranken, ebenfalls erhöht ist. Diejenigen, bei denen Comirnaty® zur Anwendung kam, haben ein um 43% höheres Risiko an Herpes Zoster zu erkranken, verglichen mit denen, bei denen Comirnaty® nicht angewendet wurde. Allerdings war das Risiko nach einer Coviderkrankung an Herpes Zoster zu erkranken in dieser Untersuchung nicht erhöht.
Hingegen zeigte die Untersuchung aber auch, dass das Risiko an einer Herzmuskelentzündung zu erkranken bei denen, bei den die der mRNA-Technologie angewendet wurde, um 324% erhöht war, im Vergleich zu der Gruppe bei denen diese Technologie nicht zur Anwendung kam. Allerdings war das Risiko nach einer Coviderkrankung an einer Herzmuskelentzündung zu erkranken in dieser Untersuchung sogar um 1.828% erhöht.

Obwohl diese retrospektiven Auswertungen von Daten laut der Autoren keine Kausalität zulassen, geben diese aber dennoch zu bedenken: “Gleichwohl können die Kasuistiken Besonderheiten aufdecken, insofern, als sich die Vakzin-assoziierten HZ-Fälle offenbar in Bezug auf die Altersverteilung von der HZ-Allgemeinbevölkerung unterscheiden.” Auch bei jüngeren Patienten <50 Jahre, bei denen normalerweise keine Herpes Zoster Erkrankungen auftreten, wurden vermehrt Herpes Zoster Erkrankungen beschrieben, die im zeitlichen Zusammenhang mit einer mRNA-Anwedung auftraten.