Das gewürfelte Corona-Test-Ergebnis

Sie haben auch irgendwie das Gefühl, dass Corona gar nicht mehr so schlimm ist, können aber die Zahlen dennoch nicht so ganz erklären? Möglicherweise hilft Ihnen diese News dabei.

Sie können sich noch erinnern, dass am Anfang der Infektionszeit immer von der Anzahl der Toten gesprochen wurde, die an Corona verstorben sind, bis sich herausstellte, dass gar nicht unbedingt jeder der Toten an Corona sondern an einer massiven Verschlechterung seiner Grunderkrankung durch eine SARS-CoV-2 Infektion gestorben ist? (https://www.welt.de/regionales/hamburg/article207270421/Experte-Pueschel-Zeit-der-Virologen-ist-vorbei.html)
Anschliessend ist Ihnen aufgefallen, dass man nicht mehr von Coronatoten gesprochen hat sondern von Toten, die an oder mit Corona gestorben sind? Nun, dieses ist schon etwas ganz anderes. Die Zeiten haben sich gewandelt, denn danach sprach man von im Zusammenhang mit Corona Verstorbenen. Es wurde immer schwammiger, immer diffuser. Inzwischen spricht man gar nicht mehr von Coronatoten, denn es gibt eigentlich gar keine mehr (+6 COVID-19 Todesfälle im Vergleich zu gestern, Stand 19.09.2020). Nur noch etwa 0,24% der täglich 2.500 Toten stirbt irgendwie im Zusammenhang mit Corona, lächerlich. Das entspricht der Prozentzahl der Toten, die jedes Jahr an angeborenen Fehlbildungen, Deformitäten oder Chromosomenanomalien sterben (https://www-genesis.destatis.de/genesis/online?operation=abruftabelleBearbeiten&levelindex=1&levelid=1600523076918&auswahloperation=abruftabelleAuspraegungAuswaehlen&auswahlverzeichnis=ordnungsstruktur&auswahlziel=werteabruf&code=23211-0001&auswahltext=&werteabruf=Werteabruf#abreadcrumb). Kennen Sie eigentlich jemanden, der an so einer Erkrankung gestorben ist?

Deshalb taugen die Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19 nicht mehr wirklich, um die Panik in der Bevölkerung aufrecht zu erhalten. Es müssen andere Zahlen herhalten. Wie gut, dass es die COVID-19 Fälle (+2.297 zum Vortag, Stand 19.09.2020) gibt. Das macht Eindruck. Das macht Angst. Da sind wir nämlich wieder bei ähnlichen Zahlen wie Ende April. Schlimme Erinnerungen werden wach. Bloß alles machen, um einen zweiten Lockdown zu verhindern. Sich strikt an die Vorschriften und vor allem die Maskenpflicht halten. Auch wenn der Sinn und die Wirksamkeit dieser erneut wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden konnten (https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/pdf/10.1055/a-1174-6591.pdf). Es muß doch helfen. Alle tun es. Sie erinnern sich, auch wenn Sie nicht dabei waren, es gab eine Zeit, da haben alle daran geglaubt die Erde sei eine Scheibe und wenn man nur zu nahe an den Rand schiffen würde, würde man von dieser Scheibe fallen. Andere Meinungen wurden nicht akzeptiert, man unterdrückte diese sogar, in dem man die entsprechenden Personen günstigsten Fall als Vogelfrei bloßstellte und schlimmsten Falls einfach verbrannte. Nun, verbrannt wird heute niemand, der behauptet, es sei alles gar nicht so schlimm und den Versuch erbringt, vom Gegenteil zu überzeugen. Heute wird man nicht als Vogelfrei bezeichnet sondern in diesem Fall als Coronaleugner, Covidiot, Aluhutträger, Verschwörungstheoretiker, Spinner. Nur die Bezeichnungen wurden mannigfaltiger aber keinesfalls harmloser.
Aber stimmen die Zahlen überhaupt, wie zuverlässig sind sie oder könnte man nicht möglicherweise das Ergebnis der CORONA-Test-Ergebnisse würfeln und käme in etwa zum selben Ergebnis?
Derzeit werden täglich ungefähr 875.000 Coronatests durchgeführt (https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/mehr-tests-sind-nicht-ursache-der-hoeheren-corona-zahlen-16913301.html). Getestet werden Lehrer, Kitaerzieher, Reiserückkehrer, und weitere, die meinen, sich einem solchen Test unterziehen zu wollen oder zu müssen. Insgesamt ziemlich planlos. Es gibt keine klaren Vorgaben, wer getestet werden sollte. Insgesamt liegt die Prävalenz, also die Auftretenshäufigkeit, von SARS-CoV-2 bei etwa 1,87% (https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Projekte_RKI/SeBluCo_Zwischenbericht.html). Wie sicher die derzeitigen PCR-Tests eine SARS-CoV-2 Infektion nachweisen können, weiß kein Mensch. Die Angaben, dass mit 98% Wahrscheinlichkeit eine SARS-CoV-2 Infektion angezeigt bzw. ausgeschlossen werden kann (Spezifität bzw. Sensitivität) beruht einzig und alleine auf den Angaben der Hersteller. Bis Anfang nächsten Jahres müssen diese Tests, wie sonst üblich bei medizinischen Tests, nicht von unabhängigen Prüflaboren zertifiziert werden. Dieses dürfen die Hersteller derzeit einfach selbst und geben anschliessend Ergebnisse an, deren Zustandekommen sie nicht nachzuweisen brauchen. Also rechnen wir der Einfachheithalber mal mit dieser Sensitivität und Spezifität. Heraus kommt das folgende Ergebnis:

Durch den derzeitigen PCR-Test werden also bei der Anzahl der durchgeführten Teste etwa 16.034 Infizierte als Infizierte erkannt. Nur 328 werden fälschlich als nicht infiziert erkannt, obwohl sie dennoch infiziert sind. Das stellt kein wirkliches Problem dar. Allerdings werden durch den Test aber auch 17.173 als infiziert erkannt, die es jedoch gar nicht sind. Somit entspricht die Zahl derjenigen, die tatsächlich als infiziert durch den PCR-Test erkannt werden (ca. 16.034) fast denen, die fälschlicherweise als infiziert durch den Test erkannt werden (ca. 17.173), obwohl sie es gar nicht sind. Da kann man das Ergebnis doch auch gleich würfeln. Besser wird es keinesfalls, wenn man jetzt auch noch weiß, dass die Tests eine falsch positiven Rate von ebenfalls 2% (lt. Angaben der Hersteller) haben. 875.000 * 2% = 17.500, d.h. bei denen, die ein positives SARS-CoV-2 Testergebnis erhalten haben, können Sie wiederum würfen, wer nun wirklich SARS-CoV-2 infiziert ist und wer es nicht ist. Sie fragen sich, ob es nicht bessere Tests in der Medizin gibt? Ich muß Sie enttäuschen. Die gibt es nicht. Wir haben durchgehend nur schlechtere Tests hinsichtlich der Sensitivität und Spezifität. Für uns in der Basismedizin ist dieses nicht überraschend und wir haben damit gelernt umzugehen. Wir führen eine ausführliche Anamnese durch und überlegen, wie wahrscheinlich ist es, dass bei dem Patienten diese oder jene Erkrankung vorliegen kann. Man nennt das Pre-Test-Wahrscheinlichkeit. Anschliessend wenden wir den einen oder anderen Test an. Dadurch erhöhen wir die Prävalenz deutlich. Massenweise Test bei nicht Erkrankten z. B. auf bösartige Schilddrüsenveränderungen in Form von Knoten, bringt überhaupt nichts. Wenn jemand jedoch eine entsprechende Symptomatik und eine passende Klinik hat, dann erhöht sich die Prävalenz und es kommen plötzlich ganz andere Ergebnisse heraus. Lassen Sie uns einmal annehmen, wir testen nur noch diejenigen auf SARS-CoV-2, die Husten haben, Kopfschmerzen, Fieber (d.h. Temperatur über 38,5 Grad) und eine nicht optimale Sauerstoffsättigung (welche extrem einfach zu messen ist). Dann erhalten wir eine Prävalenz von vielleicht 60%. Wie sehen die Ergebnisse dann aus?

Sie sehen, es kommt in der Medizin enorm auf die Wahrscheinlichkeit an, dass sich jemanden durch einen Test identifiziere, der an einer bestimmten Erkrankung leidet.
Bei den PCR-Tests kommt dann allerdings noch hinzu, dass ein positives PCR-Ergebnis keinesfalls eine Infektion nachweist. Es werden lediglich irgendwelche Nukleinsäureteile nachgewiesen. Hierbei handelt es sich nicht zwangsweise um ein intaktes Virus. Es können sich auch um Virusbruchstücke handeln oder so wenig Viren, dass der Körper daran erstens überhaupt nicht erkrankt und zweitens die Infektion binnen kürzester Zeit selbst in den Griff bekommt.
PCR-Tests sind die denkbar ungeeignetsten Teste für den Nachweis einer Erkrankung. Aber Virologen weisen ja auch keine Erkrankung nach sondern Virusbruchstücke.

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Dr. med. Matthias Keilich