Nach ausführlicher und entsprechend notwendiger Untersuchung sollte am Ende eine Diagnose stehen. Aufgrund dieser Diagnose wird eine Therapie entwickelt.
So habe ich es im Studium gelernt und so wurde es dann auch im Staatsexamen gefordert.
Wir haben einen Fall zugewiesen bekommen, mußten eine ausführliche Anamnese erheben, Diagnostik vorschlagen, konnten dann die entsprechenden Befunde von den diagnostischen Maßnahmen einsehen, die wir vorgeschlagen haben und hatten dann eine Therapie vorzuschlagen. Hätten wir die Diagnose geschätzt, á la, ich glaube der Patient hat dieses oder jenes, deshalb schlage ich vor, wir machen jetzt dieses oder jedes, dann hätte das gut gehen können. Es gibt nur eine gewisse Anzahl an möglichen Diagnosen. Da hätte per Zufallstreffer auch die richtige dabei sein können. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch sehr gering, vermutlich wäre es die falsche Diagnose gewesen und vor allem wären wir, berechtigterweise, durch die Prüfung gefallen. Ein beliebter Spruch war damals: Keine Diagnose durch die Hose. Damit sollte zum Ausdruck gebracht werden, dass man den Patienten ordentlich zu untersuchen hat, bevor man eine Diagnose stellt. Irgendetwas zu schätzen hätte uns immer das Examen gekostet.

Ich kann mich des Eindrucks nicht verwehren, dass diese Zeiten rum sind. Wir sind, nicht erst seit Corona, wo die Toten bekanntermaßen geschätzt wurden, denn es weiß ja noch immer niemand, wer an und wer mit Corona gestorben ist, denn es gab ja keine entsprechend notwendigen und richtigen postmortem Untersuchungen (Obduktion) – teilweise waren diese sogar verboten – in einer Zeit angekommen, in der in der Medizin immer mehr einfachste Zusammenhänge nicht untersucht werden, offizielle Zahlen außer acht gelassen werden und einfach nur noch Schätzungen erfolgen.


Quelle: BMG Long-Covid

 

 


Quelle: Spiegel

 

Alles beides Sachen, die einfach untersucht werden könnten, bzw. in der Sterbestatistik sogar vorliegen. Und wenn dem sogar so ist, wieso werden dann Menschen, die an Hitze gestorben sind, noch geschätzt? Da muß man doch einfach nur mal in die offiziellen Zahlen einen Blick werfen und erfährt, dass es lediglich 19 pro Jahr sind, die an den Folgen von Hitzeeinwirkung gestorben sind und keine Tausende.
Aber so ist das eben mit der Schätzmedizin. 


Ich werde mich auch zukünftig nicht der Schätzmedizin anschliessen und weiterhin ausführliche Diagnostik NICHT durch die Hose machen.

Bei der BMG Long-Covid Initiative fragen ich mich darüberhinaus, wo sind eigentlich die Nicht-Geimpften mit Long-Covid? Schonmal gehört, dass ein Nicht-Geimpfter an Long-Covid (was auch immer das sein soll) erkrankt ist?