Gedanken zur Situation

Bisher habe ich viel über Studien bzw. fehlende Studien hinsichtlich der derzeitigen Situation geschrieben, viel über fragwürdige Zahlen. Oft habe ich daraufhin positives Feedback von Ihnen erhalten. Das freut mich sehr und bestärkt mich immer wieder in meiner Arbeit. Aber ich wünschte mir, dass mir auch jemand einmal so richtig massiv widerspräche und mir mit fundierten Informationen aufzeigt, wieso meine Betrachtungsweise falsch ist. Ich würde so gerne einmal in eine Diskussion eingeladen werden, in der Personen anderer Meinung sitzen, mit denen man nicht nur emotional, sondern sachlich kompetent diskutieren kann. Irgendwie passiert aber beides nicht. Ist vielleicht die ganze derzeitige Situation ausschließlich emotional und gibt es gar keine sachlichen Gründe für die getroffenen Maßnahmen? In diesem Zusammenhang möchte ich heute gerne einmal nicht auf Zahlen, Daten, Fakten blicken. Diese sollten inzwischen allgemeinhin bekannt sein, was sie aber, wie ich gestern erfahren habe, nicht sind. Dennoch möchte ich den Blick heute mehr auf meine Gedanken legen. Vielleicht ist es dadurch einfacher, dass demnächst jemand kommt und sagt: „Da liegen Sie aber falsch, aus dem und dem Grund.“ Zu wünsche wäre es.

Gestern hatte ich eine Diskussion mit einer Person, die in ihrem Profil unter dem Punkt „Was ich nicht mag“ Covidioten stehen hatte. Das veranlasste mich, sie zu fragen, was denn ein Covidiot sei. Die Antwort war, das wüsste doch inzwischen jeder. Eine der schlimmsten Antworten, die ich mir für mich auf eine Frage von mir vorstellen kann. Wenn ich etwas weiß, dann frage ich doch nicht sondern sage es. In meinen Augen gibt es nichts, was jeder weis und bei rein beschreibenden Zuständen definiert diese sowieso jeder anders. Sie konkretisierte dann auf Nachfrage diese Zustandsbeschreibung etwas mehr, so dass ich mir etwas mehr darunter vorstellen konnte. Ein Teil der Konkretisierung war beispielsweise, dass ein Covidiot derjenige sei, der eine SARS-CoV-2 Infektion (sie sprach natürlich von einer Coronainfektion und nicht von einer SARS-CoV-2 Infektion) mit einer Influenzainfektion gleichsetzen würde. Denn schließlich gäbe es gegen die Grippe Medikamente und gegen Corona nicht. Als ich sie fragte, welche das denn seien, kam als Antwort, dass ich da meinen Arzt fragen müsse, sie wüßtest dieses nicht genau. AHA! Ich habe nicht gesagt, dass ich Arzt bin und auch nicht, dass es gegen Grippe kein Medikament gibt. Viel spannender war, dass sich im Laufe des Gespräches herauskristallisierte, dass sie der Meinung war, es dürften zukünftig nur noch Menschen ein Stimmrecht haben, die im wesentlichen ihrer Meinung folgten. Das dadurch die Demokratie abgeschafft werden würde und wir direkt in die Diktatur rutschen würden, ließ sie nicht gelten, denn schließlich seien die, die nicht ihrer Meinung wären, dumm und man müsste diese Menschen vor sich selbst schützen. Das wäre Demokratie zum eigenen Schutz der dummen Menschen. Das hat mich zugegebenermaßen lange beschäftigt, da es mich extrem erschrocken hat, dass es Menschen gibt, die eine solche Meinung ernsthaft vertreten. Noch mehr erschrocken hat mich aber fast die Tatsache, dass diese Person ihre Meinung vermutlich völlig risikofrei verbreiten darf, andere aber, so sie bei anderen Themen eine von der Allgemeinheit abschweifende Meinung haben, möglicherweise mit drastischen Konsequenzen zu rechnen haben.

Eine andere wahre Begebenheit aus einer Fahrkartenkontrolle im Zug. Der Schaffner kommt, sieht einen Reisenden ohne MNB weicht gut 2mtr. zurück und weist den Reisen daraufhin, dass dieser keine MNB trägt, er eine aufsetzen möge, da er ihm so nicht näherkommen könnte, um die Fahrkarte zu kontrollieren. Der Reise entgegnet, dass er keine MNB tragen würde, weil er keine tragen könne. Der Schaffner fragt nach einem Attest, was der Reisende ordnungsgemäß vorzeigt. Daraufhin kommt der Schaffner dem Reisenden auf etwa 80cm nah und kontrolliert die Fahrkarte. Der Reisende fragt den Schaffner, wieso dieser denn jetzt plötzlich so nah kommen könnte. Der Schaffner begegnet daraufhin, der Reisende hätte ja ein entsprechendes Attest vorlegen können, jetzt sei alles gut. Der Reisende fragt, was denn jetzt anders sei, ob er durch das Attest nicht mehr potentieller Überträger sein könnte. Die Antwort des Schaffners, die sehr undeutlich war, da er scheinbar durch die konkreten und sachlichen Fragen des Reisenden auf seine unzulänglichen Handlungen, begründet auf Unüberlegtheit oder Falschinformation, hingewiesen wurde: „Das ist halt so.“

Da stellt sich mir die Frage, was ist halt so? Ist es so, dass die Menschen aufgehört haben zu denken, sich nach 9 Monaten Angst und Panikmache daran gewöhnt haben, dass vorgegeben wird, wie wir Reisen dürfen, wohin wir reisen dürfen, mit wie vielen wir uns treffen dürfen. Resultiert daraus auch das inzwischen sooft zu beobachtende Tragen einer MNB auf offener Straße? Noch am Anfang der Coronaerkrankung ließ Prof. Drosten verlauten, diese würden keinen Infektionsschutz bieten. Inzwischen und das sogar trotz einer guten Studie, die die Unwirksamkeit hervorragend belegt hat, behautet er genau das Gegenteil und Menschen tragen die FFP2-Masken, obwohl auf jeder einzelnen Packung darauf hingewiesen wird, dass sie nicht für den medizinischen Bereich, also auch nicht zum Infektionsschutz, zugelassen ist. Was hat uns das Gehirn so derartig vernebelt oder waren wir schon immer so und haben nur darauf gewartet, dass sich uns endlich eine Möglichkeit bot, dass wir das Denken einstellen konnten und es an eine Institution (16 Ministerpräsidenten und 1 Kanzlerin) abgeben konnten, die für uns das Denken übernimmt? Oder ist mein Gehirn, weshalb auch immer, nur vernebelt und es kommt jetzt endlich einmal jemand und sagt mir: „Da liegen Sie aber falsch, aus dem und dem Grund.“ und zeigt es mir sachlich, faktenbasiert auf? Fakten denen man kein fachliches, faktenbasiertes Argument entgegensetzen kann. Anderenfalls sollten wir doch sofort anfangen, die unsinnigen Maßnahmen zu überdenken und abzuschaffen, weil es eben nicht „halt so ist“.

Wäre es nicht an der Zeit, auch einmal von dem am wenigstens politisch Interessierten und weniger engagierten zu hinterfragen, wieso trotz Lockdown seit Anfang November, also inzwischen seit fast 6 Wochen, die angeblichen Infektionszahlen und die angeblichen Todeszahlen steigen und steigen? Hat der Lockdown vielleicht gar nichts gebracht? Ich erwarte gar nicht, dass sich jeder in die euromomo-Statistik, in die Surveillance Daten des RKI, in die Intensivregisterdaten einarbeitet. Aber ist es zu viel verlangt, dass nicht auch der Uninteressierteste fragt, wieso steigen die Zahlen, obwohl wir doch alles tun, bzw. getan bekommen, um Kontakte zu minimieren und das Leben eigentlich gar keinen Spaß mehr macht? Da stimmt doch irgendetwas nicht, sollte zu mindestens auch dem Uninteressiertesten auffallen. Oder ist es vielleicht so, wie die Chatperson vorschlug, dass nur gewisse Leute noch ein Stimmrecht bekommen sollten, wobei scheinbar die meisten ihr Stimmrecht schon freiwillig auf- und abgegeben haben?

Author Info

Dr. med. Matthias Keilich