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Grippeschutzimpfung

Ich möchte gerne nochmals einmal über die Möglichkeit der Grippeschutzimpfung erinnern und aufklären, was sinnvoll ist und welche Falschinformationen derzeit kursieren.

Es gibt einen sog. tri- und einen tetravalenten Impfstoff. Bei dem trivalenten Impfstoff finden sich die drei häufigsten Virenstämme im Impfstoff, die bei uns grasieren. Vor einiger Zeit haben die Medien über einen tetravalenten Impfstoff berichtet, also ein Grippeimpfstoff in dem vier der häufigsten Grippeerreger enthalten sind. Verbunden hiermit war häufig eine Beschwerde, dass die Krankenkassen die Kosten für diesen tetravalenten Impfstoff nicht übernehmen. Das stimmt und es ist medizinisch absolut gerechtfertigt, dass die Krankenversicherungen die Kosten hierfür nicht übernehmen.

Im trivalenten Impfstoff sind zwei sog. A-Virenstämme und ein B-Virenstamm enthalten. Hierbei handelt es sich um den California und Switzerland Erreger (jeweils A) sowie den Phuket Erreger (B). Der tetravalente Impfstoff ist um eine weitere B-Komponente ergänzt worden. Hierbei handelt es sich um den sogenannten Brisbane Erreger, daher auch die Bezeichnung. Das Brisbane Virus hat seinen Namen entsprechend der Stadt in Australien erhalten. Dieses B-Virus gibt es tatsächlich, allerdings kommt es bisher nur in Australien vor und das seit Jahren. Auf der nördlichen Halbkugel ist es bisher nicht aufgetaucht. Weshalb also soll die Solidargemeinschaft Kosten für etwas übernehmen, was bei uns überhaupt nicht vorkommt? Das wäre so, als wenn gefordert werden würde, jede Arztpraxis muß eine Gegengift gegen Schlangenbisse vorrätig halten.

Wer in den Wintermonaten nach Australien fährt, also im Mai – September, dem sei eine Impfung mit einem tetravalenten Impfstoff durchaus zu empfehlen. Allerdings sind Reiseimpfungen schon immer individuelle Leistungen, die auf Wunsch des Patienten erfolgen.

Hilft eine Grippeschutzimpfung gegen die Grippe überhaupt? Denn schliesslich hatten wir trotz Grippeimpfung letztes Jahr eine Grippeepidemie. Ganz eindeutig ja, sie hilft. Allerdings hat das Grippevirus die Eigenschaft, um den Globus wandern zu können. In den Wintermonaten auf der nördlichen Halbkugel hält es sich bei uns auf und „wandert“ anschliessend in den Sommermonaten bei uns auf die südliche Halbkugel, um dann im Winter wieder zu uns zurückzukehren. Bei dieser Wanderung ist es extrem wandlungsfähig und die WHO, die die Grippeschutzimpfungen zusammenstellt, tut dieses jedes Jahr im März/April. So auch  im Jahr 2014. Allerdings veränderte sich das Virus, bis es wieder bei uns war derart, dass die Impfung leider nicht mehr so fruchtbar war wie erwartet. Deshalb wurden dieses Jahr die Virusstämme, die in der Grippeschutzimpfung enthalten sind, verändert, so dass dieses Jahr eine bessere Wirksamkeit zu erwarten ist.

Das es dennoch immer wieder zu entsprechenden Epidemien kommen wird, ist alleine schon aus der Geschichte der Grippeerkrankungen abzulesen. So hatten wir bereits entsprechende Epidemien 1889, 1918 die Spanische Grippe, 1957 die Asiatische Grippe, 1968 die Hongkong-Grippe, 1977 die Russische Grippe und 2009 die Schweinegrippe. Hilft denn eine Grippeschutzimpfung gegen die Grippe? Ganz eindeutig Jaein. Es wird kommen wieder zu solchen Ereignissen kommen wie letzte Saison. Darüber hinaus kann es sein, dass Sie sich bereits mit dem Grippevirus infiziert haben und die Erkrankung mit einer Latenzzeit von 14 Tagen entsprechend später ausbricht. Wenn nun genau in dieser Latenzzeit geimpft wird, dann kann natürlich die Grippeschutzimpfung nicht mehr gegen die Grippe helfen.

Eine Grippe ist doch nicht lebensbedrohlich. Warum also soll ich mich dennoch impfen lassen? Richtig, die Grippe an sich ist selbst in der Regel gar nicht das wirkliche Problem, wenn man die extremen Schmerzen (Kopf- und Gliederschmerzen), die dabei auftreten, bereit ist, in Kauf zu nehmen. Diese können bis zu 4 (6) Wochen anhalten. Das Problem ist häufig die sich ergebende bakterielle Superinfektion. Auf den abwehrgeschwächten Körper treffen häufig Lungenentzündungserreger. Und diese haben nun leichtes Spiel in die Lunge und den geschwächten Körper einzutreten. Dieses führt zu entsprechenden Lungenentzündungen, die dann tödlich enden können.

Aus diesen genannten Gründen ist einen Grippeschutzimpfung sinnvoll und hilfreich, wenn Sie älter als 60 Jahre sind, viel mit Menschen in Kontakt kommen (öffentliche Nahverkehrsmittel oder beruflich) und kleine Kinder, die in Kindertagesstätten sind. Für diese steht ein nasaler Impfstoff als Spray zur Verfügung.

Einen sehr schönen Bericht über das Grippevirus und weshalb es so extrem schwierig ist einen dauerhaften Impfstoff hierfür zu entwickeln, war in der Welt am Sonntag kompakt vom 15. November 2015 unter der Überschrift „Einer gegen alle“ und in der Welt am Sonntag vom 15. November 2015 unter der Überschrift „Die Plage der Saison“ zu lesen. Den zuletzt erwähnten Artikel können Sie hier abrufen.

Haben Sie noch Fragen zur Grippeschutzimpfung? Noch ist es nicht zu spät für diese Saison und ich berate Sie gerne hierzu.

 

17.11.2015

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