Derzeit ist der Fussballer Josha Kimmich in aller Munde, nachdem er seine Impfskepsis geäußert hat. Er begründet diese unter anderem damit, dass es keine Langzeiterfahrungen hinsichtlich des Einsatzes mit dem Impfstoff gäbe. Dem wird entgegen gehalten, dass man sich in der Wissenschaft einig sei, dass spät auftretende Nebenwirkungen nach einer Impfung “nicht vorkommen (…)”.

Pandemrix ist ein Grippeimpfstoff, der im September 2009 in der EU zum Schutz vor der Influenza des Erregers H1N1A/v, auch Schweingrippe genannt, zugelassen wurde. Im August 2010 und damit genau ein Jahr später, kamen die ersten Meldungen über gehäufte Narkolepsiefälle aus Schweden nach einer Impfung mit Pandemrix bei Kindern und Jugendlichen ans Licht. Die STIKO, die bis dahin eine klare Impfempfehlung für Pandemrix ausgesprochen hatte, revidierte ihre Entscheidung und rief diese nunmehr zurück. (Quellen: Zeit und PEI). In der Folge wurde 2012 Pandemrix vom deutschen Markt zurückgezogen.

Die modernen Impfstoffe gegen Corona sind allesamt maximal seit dem 27.12.2020 (Comirnaty) bedingt zugelassen und somit allerhöchsten seit zehn Monaten auf dem Markt. Im Gegensatz zu Pandemrix, bei dem die ersten entsprechenden Nebenwirkungen erst nach 12 Monaten beobachtet wurden und bis Ende 2016, also sieben Jahre nach der Zulassung, noch entsprechende Nebenwirkungsmeldungen beim PEI eingegangen sind, obwohl der Impfstoff zu diesem Zeitpunkt bereits vier Jahre nicht mehr auf dem Markt verfügbar war.

Und wie sieht es überhaupt mit den Nebenwirkungen im Verlgeich aus, hatte Pandemrix so derartig viel mehr Narkolepsienebenwirkungsfälle als es mit den modernen Impfstoffen mit anderen Nebenwirkungen der Fall ist, so dass die Marktrücknahme gerechtfertig wäre oder sollten nicht möglicherweise die modernen Impfstoffe an Pandemrix gemessen werden?

Die folgende Tabelle zeigt einmal die Nebenwirkungen von Pandemrix, das aufgrund der gehäuften Nebenwirkungen hinsichtlich der Narkolepsie, vom Markt genommen wurde.


Quellen: Ak­tu­el­le In­for­ma­tio­nen zu Nar­ko­lep­sie im zeit­li­chen Zu­sam­men­hang mit A/H1N1-In­flu­enzaimp­fung (PEI) und Sicherheitsbericht vom 20.09.2021 (PEI)

Häufig wird im Zusammenhang mit der Myokarditis, die in 2,7 / 100.000 Impfungen mit Comirnaty auftritt, von einer seltenen und vor allem relativ ungefährlichen Nebenwirkung gesprochen. In 15% aller Fälle geht eine Myokarditis in eine dilatative Kardiomyopathie über. Einige geben die Prognose bis zu 20% an, was jedem fünften entspräche. Eine Myokarditis (Herzmuskelentzündung) ist also eine Erkrankung, die in etwa in jedemfünften bis siebten Fall zu einer dauerhaften Schädigung des Herzmuskels führt, in dem es zu einer Erweiterung und Pumpverlust des Herzmuskels (dilatative Kardiomyopathie) kommt. Verbunden hiermit ist ein dauerhafter Leistungsabfall, Luftnot, sowie weitere Allgemeinsymptome wie beispielsweise Abgeschlagenheit. Darüberhinaus ist die dilatative Kardiomyopathie mit einer verkürzten Lebenserwartung verbunden.