Ein 15 köpfiges Team um Natan Houchens von der Universität Michigan hat jetzt die Frage geklärt, welche Kleidung in der Hausarztpraxis, getragen vom Arzt, bei den Patienten am Besten ankommt. Einigkeit herrschte hinsichtlich der Kleiderfrage für die Notaufnahme und die Chirurgie. Was aber sollte der Hausarzt am Besten tragen?

Hierzu wurde eine Querschnittstudie mit rund 9.200 Teilnehmern in 20 Kliniken und Arztpraxen in der Schweiz, Italien, Japan und den USA durchgeführt. Ihnen wurden Bilder mit unterschiedlichen Kleidungsstilen der Ärzte vorgelegt. Die Teilnehmer sollten anschliessend die abgebildeten Personen hinsichtlich der folgenden Kriterien bewerten:

  • sachkundig
  • vertrauenswürdig
  • fürsorglich
  • wie wohl sich die Patienten bei dem abgebildeten Arzt fühlen.

Die Ärzte auf den Bildern trugen die folgende Kleidung, die die Studienteilnehmer nach den oben aufgeführten Punkten bewerten sollten:

  • legeres Outfit
  • legeres Outfit mit weißem Kittel
  • OP- und Praxiskleidung
  • OP- und Praxiskleidung mit weißem Kittel
  • formelle Kleidung
  • formelle Kleidung mit weißem Kittel
  • Businessanzug.

Grundsätzlich kommt der weiße Kittel noch immer gut an wobei sich die Ergebnisse in den jeweiligen Ländern voneinander unterschieden. Insgesamt schnitten ein einfaches legeres Outfit sowie Businesskleidung eigentlich mit am schlechtesten ab.

Die Teilnehmer aus den einzelnen Ländern präferierten leicht unterschiedliche Kleidungsstile. Allerdings zeigte sich in allen Ländern, dass die Befragten einen legeren Kleidungsstil mit einem weißen Kittel favorisierten. Allerdings waren die Japaner auch einer legeren Kleidung beim Arzt, wenn diese mit einem weißen Kittel getragen wurde, nicht abgeneigt. Den Schweizern hingegen scheint es eher etwas egal zu sein, was der Arzt trägt, solange es in der Hausarztpraxis keine OP-Kleidung, formelle Kleidung oder Businesskleidung ist.


Quelle: International patient preferences for physician attire: results from cross- sectional studies in four countries across three continents – veröffentlich im British Medical Journal (BMJ)