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Kniespiegelung

Immer wieder werden Maßnahmen in der Medizin ergriffen, deren Nutzen fraglich ist. Deshalb hat das Abwarten oder auch Nichtstun oftmals seine Berechtigung. Siehe hierzu auch meinen Artikel  Einfach mal nichtstun.

Zu der Maßnahme, die ganz sicher kritisch zu hinterfragen ist, gehört auch die Kniegelenksspiegelung bei Schmerzen im Kniegelenk. Zwar ist dieses eigentlich bereits seit vielen Jahren bekannt, jedoch werden noch immer pro Jahr etwa 100.000 Kniegelenksspiegelungen durchgeführt. Jetzt hat wieder einmal eine große Studie gezeigt, dass der Nutzen hierbei nur von sehr kurzfristiger Dauer ist. Zwar waren direkt nach dem Eingriff die meisten Patienten beschwerdefrei, jedoch hielt dieses Ergebnis nicht lange an. Bereits nach einem halben Jahr nach der durchgeführten Operation konnten keine Unterschiede hinsichtlich der Schmerzintensität zwischen der Patientengruppe, die nur Schmerzmittel erhielt und denen, die operiert wurden, aufgezeigt werden (BMJ 2015; 350: h2747). Die Ergebnisse wurden heute erneut in der Ärzte Zeitung veröffentlich. Den entsprechenden Bericht können Sie hier abrufen.

Nicht nur, dass die operierten Patienten bereits nach einem halben Jahr wieder dieselbe Schmerzsymptomatik wie die nicht operierten Patienten aufwiesen, zeigte sich darüber hinaus auch noch die Tatsache, dass die Patienten, die mit einem NSAR (z.B. Ibuprofen) behandelt wurden und die Patienten, die das Knie wöchentlich trainierten, eine signifikantere Schmerzreduktion aufwiesen als diejenigen, die operiert wurden.

Bevor Sie sich einer Kniegelenksspiegelung unterziehen, überlegen Sie also bitte noch einmal genau, ob Sie eine Schmerzreduktion nicht auch mit anderen Mitteln erreichen können.

 

26.06.2015

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