Knochendichte – Knochenbruch

Wer dünne Knochen hat bzw. bei wem die Knochendichte abnimmt/abgenommen hat, dem brechen die Knochen einfacher. Also macht es doch Sinn die Knochendichte messen zu lassen und ggf. mit Vitamin D Präparaten den Knochen “dichter” zu machen. Schließlich ist ein kompakter Baumstamm auch stabiler als ein dünnes Ästchen. Ist das wirklich so? Brechen bei einem Sturm reihenweise die dünnen Bäumchen um oder fallen eher die dicken alten Baumstämme um?
Was auf den ersten Blick logisch erscheint, zeigt sich bei näherer Betrachtung als Falsch.
Die abnehmende Knochendichte ist “Ausdruck des Alterns”. Es handelt sich hierbei nur um einen Messwert und ist keine Krankheit, so Prof. Thomas Kühlen von der Universität in Erlangen-Nürnberg auf dem DEGAM (Deutsche Gesellschaft für Allgemein und Familienmedizin in Erlangen am 14.09.19. Den vollständigen Bericht finden Sie unter diesem Link:

https://www.hausarzt.digital/medizin/forschung/praxiswissen-vom-degam-kongress-2-58426.html

Alleine das Alter ist ein elfmal höherer Risikofaktor für eine Schenkelhalsfraktur als die Knochendichte. Daher macht es nur bei wenigen, ganz speziell ausgewählten Erkrankten Sinn, die Knochendichte zu messen. Und wenn dann eine Therapie notwendig wird, sollten entsprechende Medikamente, die die Knochen aufbauen, immer mit Vitamin D und Kalzium gegeben werden, da anderenfalls der Knochenabbau nur noch weiter beschleunigt wird.

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Dr. med. Matthias Keilich