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Man muss auch weglassen können

Medizin wird nicht gut, weil sie teuer ist. Medizin wird gut, wenn sie hilft.

Höflichkeit, Toleranz, Verständnis und Zuvorkommen können häufig viel mehr bewirken als das schnelle verschreiben vermeintlich wirksamer und teurer Medikamente. Das wichtigste ist, sich ein Bild vom Patienten zu machen, ihm zuzuhören, zu verstehen was er möchte. (…) Das Verständnis für den Menschen und das Wissen um Zuwendung zeigt oftmals bessere Erfolge als alles was chemisch erklärbar wäre.“. Dieses Leitbild findet sich auf meiner Homepage wieder und so behandele ich Patienten. Häufig kommt es zu Gesprächen, die das erwartete Maß deutlich überschreiten. Selbstverständlich lehne ich beispielsweise Antibiotika keinesfalls ab. Wenn aber aktuelle Studien und Leitlinien inzwischen den einsatz von Antibiotika bei einer Bronchitis intensiv hinterfragen und es nicht gelang, den Benefit hierbei eindeutig nachzuweisen, sollte der Einsatz kritisch bewertet werden. Er sollte eventuellen Zusatzerkrankungen bei einer Bronchitis vorbehalten bleiben und vielleicht sollte das Gespräch mit dem Patienten und die Information mehr in der Vordergrund gerückt werden.

Das gleiche gilt für intramuskuläre Spritzen bei einem Hexenschuss. Aufgrund der Komplikationsrate und des nicht nachweisbaren Benefits für den Patienten ist diese Art der Behandlung inzwischen aus allen Leitlinien verschwunden.

In einem aktuellen Artikel, erscheinen in der Ärzte Zeitung, den Sie hier abrufen können, vertritt Prof. Giovanni Maio, Medizinethiker aus Freiburg mit dem Statement: „Es geht vielmehr um die Frage, welche Handlung die angemessene ist, und zum Handeln gehört eben nicht nur die Aktion, sondern auch das Sprechen, die Beratung.“ die Ansicht, die sich meiner Meinung nach wieder mehr in der Medizin durchsetzen muss. Denn häufig genug haben wir in der Vergangenheit gerade in der Medizin Eingriffe und Therapien durchgeführt, die auf Dauer gesehen keinen Gewinn für den Patienten erbracht haben.

Das heisst jedoch nicht, sich vor der Entwicklung zu verschliessen. Und genau deshalb findet sich auch folgende Einstellung in meinem Leitbild seit langem wieder: „Gleichzeitig sind moderne Präparate eine wunderbare Möglichkeit Leiden schnell und nachhaltig zu lindern, wenn sie verantwortungsbewusst und dort eingesetzt werden, wo ein Nutzen zu erwarten ist.“

 

02.04.2015

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