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Müssen wir Unvernunft bezahlen?

Rauchen kann tödlich sein, Raucher sterben früher, Rauchen fügt Ihnen und den Menschen in Ihrer Umgebung erheblichen Schaden zu.

Jeder der raucht, kennt die Warnungen zur Genüge und jeder der nicht raucht, weiß um die Gefahren des Rauchens und raucht möglicherweise genau deshalb nicht.
Wer aber raucht und darf man trotz der bekannten Gesundheitsrisiken so unvernünftig sein und rauchen, wie es der Geschäftsführer des Zigarettenverbandes, Jan Mücke, am Sonntag den 05.06.2016 in der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung äußerte?

Grundsätzlich ist die Zahl der Raucher in Deutschland weiter rückläufig. Das mag an der vermehrten Aufklärung oder an einem geänderten Gesundheitsbewußtsein liegen. Dennoch rauchen noch immer etwas 17 Millionen Menschen in Deutschland. Ob jemand raucht hängt von vielen Faktoren, so beispielsweise auch vom Bildungsniveau, dem Alter aber auch der geografischen Region in der jemand wohnt, ab. Wieviele Menschen in Deutschland rauchen, ist natürlich nicht genau feststellbar. Und wann zählt jemand als Raucher. Etwas verlässlicher hingegen sind die Gesundheitszahlen zum Rauchen und den Folgen. So starben 2013 121.000 Menschen an den Folgen des Nikotinkonsums, lt. Tabakatlas. Die direkten und indirekten Kosten, die mit dem Rauchen verbunden sind, werden vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) auf jährlich rund 80 Milliarden Euro beziffert.

Jeder, der raucht, weiß um die Gefahren des Rauchens und um die Schädigung seiner Gesundheit, so wie Herr Mücke in der erwähnten Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung zitiert wird: „“Natürlich können sich Menschen unvernünftig verhalten, das ist ihr gutes Recht“, sagte Mücke. „Wenn sie als erwachsene Menschen für sich die Entscheidung treffen, ihre Gesundheit zu schädigen, dann geht das den Statt nichts an. Da muss er sich raushalten.““ Den vollständigen Artikel finden Sie unter diesem Link hier.

Hält sich der Staat denn wirklich vollständig raus, wenn man sich unvernünftig verhält und sollte er das tun? Demnächst kommen die geänderten Warnhinweise auf den Zigarettenpackungen, so wie es im Ausland schon lange der Fall ist. Möglicherweise hierauf bezog sich die Aussage von Jan Mücke. Das ist nachvollziehbar, dass der Geschäftsführer des Zigarttenverbandes dieses fordert. Alles andere wäre verwunderlich. Denken wir einmal die verständliche Forderung Jan Mückes zu Ende. Wer bezahlt denn die direkten und indirekten Kosten, die mit dem Rauchen verbunden sind? Rauchen Sie und werden Sie krank, so kommt hierfür die Versichertengemeinschaft auf. Welche Leistungen von dieser zu übernehmen sind, legt die Selbstverwaltung im Gesundheitswesen, der Gemeinsame Bundesausschuß (G-BA) fest. Dieser wurde durch den Gesetzgeber legitimiert. Also auch hier hat der Staat seine Finger mit im Spiel. Dann ziehen wir den Staat einmal vollständig aus der Verantwortung zurück und schon würde vermutlich die Finanzierung der Kosten des Rauchens nicht mehr zu Lasten der Versichertengemeinschaft gehen und alle Raucher müssten selbst für ihre Kosten aufkommen. Lt. Statistischem Bundesamt rauchen in Deutschland etwa 17 Millionen Menschen im Jahr 2014. Legen wir die direkten und indirekten Kosten in Höhe von 80 Milliarden Euro auf die 17 Millionen Raucher um, so müsste jeder Raucher Kosten in Höhe von etwa 4.700 Euro bezahlen. Schon hätte sich der Staat herausgehalten. Ist es das, was der Geschäftsführer des Zigarttenverbandes sich vorstellt?

Dann wäre wir dort, wo wir heute bei Tattoos sind. Jeder darf so unvernünftig sein und sich ein Tattoo stechen lassen. Wenn er in ein paar Jahren beschliesst, dieses nicht mehr tragen zu wollen, so gibt es Möglichkeiten mittels Laser, sich dieses wieder entfernen zu lassen. Trägt hier die Versichertengemeinschaft die Kosten? Kann man mit seiner Krankenversicherungskarte zum Spezialisten gehen und sich das Tattoo weglasern lassen? Seit einigen Jahren werden die Kosten für die Entfernung von Tattoos nicht mehr durch die Allgemeinheit getragen. Wenn in der Folge des Tattoo stechens jedoch eine Infektion auftritt, so werden die hierfür notwendigen Behandlungskosten jedoch von der Krankenkasse übernommen. Und wie sieht es mit dem Alkohol aus? Jeder darf so unvernünftig sein und sich dem Alkoholmißbrauch hingeben. Die Folgekosten hier werden, ebenso wie beim Nikotinabusus von der Versichertengemeinschaft übernommen. Warum aber nicht bei anderen Drogen? Weshalb sind diese vollständig verboten. Möglicherweise würde es hier sogar Sinn machen, die Folgekosten ebenfalls von den Krankenkassen vollständig zu übernehmen da sie vermutlich deutlich geringer als die es rauchens sein würden. Oder haben Sie schon einmal von einem Heroinabhängigen gehört, der mit 75 an einer Überdosis gestorben ist?

Grundsätzlich zu fordern, der Staat möge uns zugestehen ein bisschen unvernünftig zu sein, ist eine legitime und nachvollziebare Forderung. Aber sind die Folgen bis zum Ende durchdacht?

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