Bei Patienten, die erhöhte Blutfette (Cholesterin und Triglyzeride) haben, sollten diese, sofern weitere Risikofaktoren vorliegen, gesenkt werden. Erhöhte Blutfette sind mit einer der Hauptrisikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Möglicherweise gehören Sie auch zu der Patientengruppe, die, aufgrund von unterschiedlichen Risikokonstellationen, ein oder mehrere Blutfettsenker einnehmen sollten. In erster Linie zählen hierzu die Statine (Atorvastatin, Simvastatin, Rosuvastatin) sowie das häufig eingesetzte Ezetemib und die, u.a. aus Kostengründen weniger oft verordneten PCSK9-Hemmer Evolocumab (Repatha®), Alirocumab (Praluent®) und Inclisiran (Leqvio®).
Den meisten Patienten wird initial ein sogenanntes Statin verordnet. Neben dem positiven Effekt der Blutfettsenkung haben die Statine aber auch ganz selten Nebenwirkungen und viel öfter haben Patienten, aufgrund von Berichten in den Medien, Angst vor den Nebenwirkungen. Die oftmals geäußerten Muskelschmerzen können aufgrund einer Muskelschädigung durch die Einnahme von Statinen herrühren. Dieses führt scheinbar dazu, dass viele Menschen, die Statine einnehmen sollten, so große Angst davor haben, dass die Nebenwirkung Muskelschmerzen durch die Einnahme von Statinen häufig vorkommt. Allerdings ist die Nebenwirkung Muskelschmerzen durch die Einnahme von Statinen auf Placeboniveau, wie eine kürzlich vorgestellte Studie aufzeigt.

Dennoch sind viele Menschen diesbezüglich verunsichert und fragen sich, ob nicht Nahrungsergänzungsmittel, die teilweise sogar direkt mit einer blutfettsenkenden Wirkung werben, eine Alternative darstellen könnten.
Ob diese Nahrungsergänzungsmittel eine Blutfettsenkung herbeiführen können, wurde nun in einer Studie untersucht, die im Journal American College of Cardiology veröffentlich wurde. Es handelt sich um eine kleine, prospektiv, randomisierte, placebokontrollierte Studie. In dieser Studie wurde die niedrige Gabe von Rosuvastatin mit den Nahrungsergänzungsmitteln Fischöl, Zimt, Knoblauch, Kurkuma, Pflanzensterine und Rotschimmelreis gegen Placebo verglichen. Insbesondere der Rotschimmelreis taucht immer wieder als Alternative zu pharmazeutischen Präparaten auf. Auch ich werde gelegentlich nach der Alternative solcher oder ähnlicher Produkte gefragt.

Die Studie konnte nunmehr (leider) zeigen, dass alle aufgeführten Nahrungsergänzungsmittel die Blutfette nur auf Placeboniveau und damit überhaupt nicht nennenswert beeinflussen konnten. Bei Zimt als Blutfettsenker kam es sogar zu einem Anstieg des hochsensitiven CRP als Ausdruck eines Entzündungsparameters um fast ⅓. Ein hohes hochsensitive CRP ist alleine für sich genommen bereits ein Marker für ein erhöhtes arteriosklerotisches Risiko.

Somit stellen die Nahrungsergänzungsmittel keine Alternative zu möglicherweise notwendigen Stationen dar.
Einschränkend diskutieren die Autoren der Studie die kleine Fallzahl (190 Patienten) und die kurze Nachbeobachtungszeit von einem Monat. Allerdings stehen die Ergebnisse dieser Studie im Einklang mit anderen Beobachtungsstudien und Übersichtsarbeiten zu diesem Thema, so dass man vermuten kann, auch eine größere Patientenpopulation und eine längere Nachbeobachtungszeit werden nichts an der Aussage ändern.