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Navigationssystem Hirn

Wieso können wir eigentlich Nachts aufstehen und finden uns im wahrsten Sinne des Wortes blindlings in unserer Umgebung zurecht? Weshalb finden wir uns unbekannte Orte in einer fremden Stadt nach dem Blick auf den Stadtplan? Schon lange wurde vermutet, dass das Gehirn eine Art Navigationssystem hat. Die sogenannte kognitive Landkarte wurde 1948 vom US-Psychologen Edward Tolman beschrieben. 1971 fand John O’Keefe im Hippocampus, einem Teil des Großhirns, Ortszellen, die bestimmte Signale abgeben, wenn Versuchstiere an ihnen bekannte Orte vorbeikamen. 2005 gelang es May-Britt und Edvard Moser dann endlich den sogenannten Navigationscomputer in einem dem Hippocampus benachbarten Areal nachzuweisen. Hier sind Zellen vorhanden, die beim passieren bestimmter Landmarken Signale aussenden. Somit wurde der Navigationscomputer im Gehirn zweifelsfrei nachgewiesen. Zuerst wiederum nur bei Versuchstieren. Aber auch beim Menschen fällt auf, dass, wenn diese Zellen untergehen, z.B. im Rahmen einer Alzheimer-Erkrankung, die räumliche Orientierung zunehmend verloren geht. Daher finden sich Alzheimer-Patienten selbst in lange vertrauten Umgebungen zunehmend mehr nicht zurecht.

Für die Entdeckung des Navigationscomputers wurden nun die Wissenschaftlicher John O‘ Keefe aus den USA sowie das norwegische Ehepaar May-Britt und Edvard Moser mit dem Medizinnobelpreis ausgezeichnet.

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