Neue Coronamaßnahmen

Heute hat die Regierung neue Maßnahmen zur Eindämmung der “Coronapandemie” getroffen. Sind diese notwendig?

Es scheint so zu sein, als ob wir die Erkrankung nicht mehr in den Griff bekommen.

Die Zahlen der Neuinfektionen steigen und steigen. Jetzt müssen doch Maßnahmen ergriffen werden, um eine Katastrophe zu verhindern, oder? Damit sind selbst Kontrollen vor privaten Wohnungen, also die grundgesetzlich gesicherte Unverletzbarkeit der Wohnung, um dort Feierlichkeiten zu verhindern, gerechtfertigt.  Das Geschehen muß dramatisch sein; dass was wir im Frühjahr gesehen haben, scheint nichts zu sein im Gegensatz zu der aktuellen Situation. 

Sind die Krankenhäuser wirklich überfüllt, können sich die Bestatter vor Leichen nicht mehr retten, arbeiten Arztpraxen weit über ihrer Kapazitätsgrenze aufgrund der aktuellen Infektionsrate?
Die folgende Grafik zeigt Ihnen einmal die häufigsten Todesfälle 2018. Diese sind von denen in 2019 nicht wesentlich abweichend und auch nicht von denen in 2020. Eingefügt sind die vermutlichen Todesfälle durch COVID-19 in dem Zeitraum März 2020 – März 2021 (damit es auf ein Jahr vergleichbar ist), hochgerechnet aus den ersten Monaten des Jahres 2020 (März – Oktober), unter der Voraussetzung,  dass dieselben Fehler in der Behandlung von COVID-19 Erkrankten wie zu Jahresanfang gemacht, erneut gemacht werden.


Die reinen Zahlen zeigen erst einmal keine wesentliche Coronainfektionstodesrate.
Dieses führt zu der Vermutung, dass die Bestatter sich eher langweilen, hinsichtlich der an Coronaverstorbenen. Da ich für die KV Berlin im Leichenschaudienst tätig bin, kann ich sagen, dass immer dann wenn ich Dienst habe (1-4x pro Monat) in meinen Diensten bisher nur 1x ein an COVID-19 Verstorbener vorgekommen ist. Dieser lebte in einem Altenheim, war 83 Jahre alt und hatte neben einem Diabetes noch einen Bluthochdruck, einen früheren Herzinfarkt, eine massive Einschränkung der Nierenfunktion  und deutlich erhöhte Blutfettwerte. Darüber hinaus hat er mehr als acht Medikamente bekommen, was nach übereinstimmender Meinung vieler Experten das Kriterium der Polypharmazie erfüllt, bei der wir Mediziner nicht mehr wissen, wie sich die unterschiedlichen Medikament unterschiedlich beeinflussen, möglicherweise auch negativ. 

Nun mag, das gebe ich gerne zu, meine Sicht der Dinge aus maximal vier Leichenschauen pro Monat mit um die 8-10 Leichen je Dienst, eine sehr eingeschränkte Sicht der Dinge zulassen. Daher sehen wir uns gerne gemeinsam andere, objektive Zahlen an.
Die folgende Zahlen zeigen die wöchentlichen Sterbefälle in Deutschland, veröffentliche vom Statischen Bundesamt. Im Vergleich dazu finden sich in der unteren roten Linie die Todesfälle durch COVID-19.


Es zeigt sich also, dass die Sterbefälle durch COVID-19 seit dem Frühjahr, wo einige Behandlungsfehler gemacht wurden, aus denen wir gelernt haben, nicht wesentlich ansteigen.
Bleibt die Frage, wie sieht es in den Arztpraxen aus? Arbeiten diese an ihren Kapazitätsgrenzen? Ich kann nicht für alle Arztpraxen in Deutschland sprechen sondern nur für ein paar wenige (für meine in Berlin und in Guben sowie für die allgemeinmedizinische Kollegin in Guben, mit der ich gemeinsam in einer Arztpraxis bin, sowie für einige Kollegen, mit denen ich ihm Rahmen einer Aufklärungskampagne verbunden bin). In den Arztpraxen häufen sich derzeit, nicht ganz überraschend, die Erkältungserkrankungen mit Halsschmerzen, Husten, gelegentlich Fieber, Abgeschlagenheit, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen. Eben die typischen grippalen Infektsymptome und daneben noch ein bisschen allgemeines. Ich gebe Ihnen gerne einmal einen Überblick über die heutige Situation in meiner Praxis:

3x Blutabnahmen zur Kontrolle allgemeiner Erkrankungen und Gespräche über die derzeitige Situation
1x Besprechung von zuvor abgenommenen Blutparametern und Gespräch über die derzeitige Situation
1x neuer Patient, der einen neuen Hausarzt sucht und sich allgemein vorstellen wollte mit bekannter Schilddrüsenüberfunktion
1x Blutabnahme zur Kontrolle einer bekannten Nierenfunktionsstörung ohne Gespräch über die derzeitige Situation
1x allgemeine Erkältungssymptome ohne Fieber nur mit leichten Halsschmerzen und Abgeschlagenheit
1x Patient mit HIV und chronischer Hepatitis C zur Verlaufskontrolle
1x Patient zur Verlängerung einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bei Anpassungsstörungen/akuter Belastungsreaktion
1x Patient zur psychosomatischen Grundversorgung bei posttraumatischer Belastungsstörungen und Vorbereitung einer Klinikeinweisung
1x Patient zur Besprechung eines MRT Ergebnisses der Hüfte mit suspektem Befund im Oberschenkelknochen zur Besprechung des weiteren Vorgehens
1x Patient zur Impfung gegen Gürtelrose
1x Patient im Hausbesuch zur Verlaufsbeurteilung einer schweren Lungenentzündung.

Nun beurteilen Sie bitte selbst, ob die heute beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung der “Coronapandemie” gerechtfertigt, zielführend und notwendig sind.

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Dr. med. Matthias Keilich