Auf den Seiten des RKI gibt es ein neues, vollständig überarbeitetes Dashboard. Ich persönlich finde es sehr übersichtlich und sehr gut gestaltet. Vor allem gibt es nunmehr die Möglichkeit Zeitreihen graphisch miteinander zu vergleichen, was bei dem alten nur schwer möglich war.

Hier erst einmal ein Blick auf das neue RKI-Dashboard:


Quelle: RKI-Dashboard

 

Sofort bei dem neuen Dashboard fällt auf, insbesondere wenn man den Zeitraum links oben nicht auf “Gesamt” sondern auf “3-Monate” stellt, dass es Ende November eine heftige Coronawelle gab.

Quelle: RKI Dashboard

 

Mit einer 7-Tagesinzidenz von 485,1 lag diese Ende November so hoch wie noch nie. Da wurde gleich wieder die Triage wie die Sau durchs Dorf getrieben und Horrorszenarien hinsichtlich der Krankenhauskapazitäten an die Wand gemalt. Wie aber sah die Situation auf den Intensivstationen wirklich an diesem Tag aus? Die folgende Grafik zeigt es Ihnen:


Quelle: Intensivregister

 

Am 29.11.21 wurden auf den Intensivstationen 4.581 Patientin behandelt, die einen pos. PCR-Test bei Krankenhausaufnahme hatten und daher an als Covid-19 Erkrankte geführt wurden, unabhängig von dem eigentlichen Grund der Krankenhausaufnahme.
Das waren nicht gerade wenig. Es waren allerdings auch schonmal deutlich mehr aber auch deutlich weniger. Wichtiger erscheint jedoch, in wie weit hat sich die Belegung der Intensivstationen dadurch aber verändert, im Verlauf. Denn wenn es alles zusätzlich an COVID-19 Erkrankte gewesen sind, dann muß die Belegung, zumindest an diesem Tag, massiv angestiegen sein. Anderenfalls sind es nur Patienten, die vermutlich sowieso auf der Intensivstation behandelt worden wären, nur eben als COVID-19 Patienten gezählt werden, da bei Aufnahme im Krankenhaus ein positiver Test vorlag. Das ist vergleich mit der Situation, dass in einem Körbchen 50 verschiedenfarbige Bauklötzchen liegen, davon 10 rote, 10 gelbe, 10 grün, 10 schwarze und 10 blaue. Wenn Sie jetzt die grünen und die blauen Bauklötzchen gelb anmalen, dann liegen noch immer nur 50 Bauklötzchen im Körbchen, allerdings jetzt 30 gelbe. Aber mehr Bauklötzchen sind es deshalb nicht geworden. Und genau das zeigt uns das Intensivregister ganz eindeutig. Die Belegung auf der Intensivstation war nicht besonders beeindruckend am 29.11.21, weder nach oben noch nach unten.


Quelle: Intensivregister

 

Was mir persönlich besonders gut gefällt, ist die Tatsache, dass jetzt auch das RKI-Dashboard die Zahlen als Verlaufsgrafiken aufführt. Da lassen sich unterschiedliche Grafiken doch mal schön übereinander legen, so beispielsweise die Intensivbelegungsgrafik und die 7-Tages-Inzidenz Grafik, denn es wird ja immer behauptet, dass durch Corona insbesondere die Intensivstationen an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen würden. Wenn man die beiden Grafiken übereinander legt, erhält man folgende Grafik:


Quelle: RKI-Dashboard und Intensivregister

 

Die schwarze Kurve ist die 7-Tages-Inzidenz vom RKI-Dashboard, welche ich auf die Belegung der Intensivbetten vom Intensivregister gelegt habe. Irgendwie zeigt sich auf den Intensivstationen zu keinem Inzidenzanstieg auch nur ein irgendwie korrelierender Ausschlag. Damit stellt sich natürlich die Frage, wird das Gesundheitswesen überhaupt durch Corona belastet und wenn ja wo? Ich kann Ihnen, zumindest aus meiner Sicht sagen, der November war heftig, was die ambulanten Arztbesuche mit Erkältungen an ging. Gefühlt waren die Praxen nur mit Erkältungspatienten voll. Ich bin sicher, eine nicht unerhebliche Menge davon wäre pos. auf Corona getestet worden, wenn man sie getestet hätte und eine scheinbar nicht unerhebliche Anzahl wurde auch getestet, wie man aus der zweiten Grafik von links auf dem RKI-Dashboard “Anzahl PCR-Tests auf SARS-CoV-2” sehen kann.

Zusammenfassend kann man also feststellen, dass Corona immer wieder und teilweise auch zu massiven Anstiegen hinsichtlich der Inzidenz führt. Allerdings läßt das die Intensivstationen in Deutschland ziemlich kalt. Anders sieht es eventuell in den ambulanten Arztpraxen aus.