PSA Screening – schadet mehr, als dass es nützt

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat eine Nutzenbewertung anhand von unterschiedlichen Studien zum PSA-Screening vorgelegt. Das Ergebnis dieser Nutzenbewertung ist, dass ein PSA-Screening keinen Nutzen sondern vielmehr Schaden bringt. Die Nutzenbewertung erfolgt anhand von Studien mit mehr als 400.000 Teilnehmern. Hierbei zeigte sich, dass nur 3 von 1.000 Patienten innerhalb von 12 Jahren (!) durch das PSA-Screeining einen Nutzen haben. Allerdings erspart diesen Patienten das PSA-Screening auch nur die Belastungen eines metastasierten Prostatakarzinoms bzw. das Leiden. Zu einer grundsätzlich nennenswerten Lebensverlängerung führt das Screening bei diesen Patienten auch nicht. Die Leiden hingegen sind gut therapiebar und so zeigt die Studie lediglich, dass noch immer nicht alle therapeutischen Möglichkeiten zur Leidensverringerung bei ernsthaften Erkrankungen ausgeschöpft werden.

Das PSA-Screening, so die Ergebnisse der Untersuchung weiter, führen jedoch bei 3 von 1.000 Patienten zu einer zusätzlichen Inkontinenz und 25 von 1.000 Männern droht die Impotenz durch weitergehende diagnsostische Maßnahmen nach einem positiven PSA-Screening. Insgesamt kommt der PSA-Test ohne vorherige Selektion der Patienten, also im Rahmen eines Screenings, zu 22 – 26% falsch positiven Ergebnissen.

Das PSA-Screening ist also definitiv als obsolet anzusehen.

Weitere Informationen können unter dem Link www.hausarzt.link/X9NaB nachgelesen werden.

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Dr. med. Matthias Keilich