Ramadan und Pankreatitis

Der diesjährige Ramadan dauert noch bis zum 23. Mai. Ein bisschen fasten kann doch der Gesundheit nicht schaden. Auch in der westlichen Kirche haben wir Fastenfeste. Anschliessend wird das Fasten dann abrupt abgebrochen und üppig gegessen, gerade während des Ramadans. Unter dem Strich kommt man pro Tag meistens nicht auf die notwendige Kalorienzufuhr um sein Gewicht zu halten sondern nimmt etwas ab. Das wäre kann doch eigentlich gar nicht so schlecht sein, oder?

Gerade bei Diabetikern ist äußerste Vorsicht bzgl. des Fastens geboten. Es ist wichtig, hier auf eine geregelte Kalorienzufuhr zu achten, damit es nicht zu Hypo- oder Hyperglykämien kommt. Diese können sich im Rahmen der Erkrankung sehr schädlich auf den Organismus auswirken und bestehende Erkrankungen verschlechtern.

Ebenso hat sich gezeigt, dass, insbesondere während des Ramadans, bei 17% der Personen, die fasteten eine Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) auftrat, im Vergleich zu 9%, die während des Ramadans nicht fasteten. Die Erklärung hierfür lautet, dass die Gallenblase durch die plötzlich einsetzende üppige Nahrungsaufnahme nach Sonnenuntergang zu rascher und massiver Kontraktion angeregt wird, was zu der beschriebenen Pankreatitis führt. Die Pankreatitis kann sich bis hin zu einer schweren lebensbedrohlichen Erkrankung ausbilden.

Wenn Sie also am Ramadan teilnehmen, achten Sie ganz besonders auf Ihre Gesundheit. Wenn Sie wieder anfangen zu essen, essen Sie leichte Speisen, die wenig gewürzt sind und fettarm. Anderenfalls setzen Sie sich einem deutlich erhöhten Risiko einer Pankreatitis aus.

Dieser Tipp gilt nicht nur für Personen, die am Ramadan teilnehmen. Immer wenn Sie eine Diät einhalten oder Fasten, hören Sie nicht abrupt damit auf. Fangen Sie, insbesondere nach dem Fasten, mit leichten, nicht fettigen Speisen an und steigern, so Sie es denn überhaupt vorhaben, Ihr Essverhalten langsam. Das gleiche gilt selbstverständlich auch für den Alkoholkonsum, denn auch hier wird die Gallenblase extrem und stark angeregt (aber nicht nur diese).

Author Info

Dr. med. Matthias Keilich