Lauterbachs viel kritisierte Klinikreform ist beschlossen, so war es gestern bei n-tv (vermutlich nicht nur dort, aber da habe ich es gelesen) zu lesen.
Sehr spannend auch die Überüberschrift, die in klein dort steht und wie folgt lautet: “Branche ist außer sich”


Quelle: n-tv.de

 

Eigenartig. Wieso ist die Branche, die es betrifft, außer sich und entsetzt? Versteht die eventuell mehr davon als der Gesundheitsminister, der noch nicht einmal wußte, dass “Impfungen” NIE nebenwirkunsfrei sein können?
Lauterbach preist es doch als die “Revolution drei großer Probleme” in der Stellungnahme an. Wie der Kommentator uns wissen lässt, sollen die Kliniken weg vom finanziellen Druck, immer mehr Fälle anzunehmen, in dem sie zukünftig 60% der Vergütung schon alleine für das Vorhalten bestimmter Leistungen bekommen. Somit also auch, wenn die Betten, die für die Leistungen vorgesehen sind, überhaupt nicht belegt werden.
Wie kann man da, als Betroffener, nur außer sich sein?
Eventuell, weil dieser Mensch (Lauterbach) scheinbar keine Ahnung von dem hat, was er dort wirtschaftlich für einen Unsinn verzapft? Das wäre aber nicht das Einzige, von dem er keine Ahnung zu haben scheint.

Natürlich ist das völliger Schwachsinn und deshalb ist vermutlich die Branche außer sich, denn es wird sich ÜBERHAUPT (!) nichts ändern.

Wer nur ein ganz kleines bisschen von Krankenhausfinanzierung versteht, der hat schon seit Einführung der Fallpauschalen realisiert, dass, wenn Betten nicht belegt werden und Leistungen nicht erbracht werden, sogenannte Mindererlösausgleiche von den Krankenkassen alleine für die Vorhaltung der Leistungen gezahlt werden. Nun kommt es darauf an, wie hoch die Höhe der Mindererlösausgleiche sind. Sie dürfen raten oder googeln.
Traaaraaa. Die Höhe der Mindererlösausgleiche beträgt bis zu 60%!
Also ist das überhaupt gar nichts Neues, was dieser Mensch dort Ihnen versucht zu verkaufen. Es ist seit der Einführung der fallpauschalierten Vergütung, übrigens unter starker Befürwortung von Lauterbach, im Jahr 2003 optional und im Jahr 2004 verpflichtend, gängige Praxis. Was ist das jetzt so revolutionär? 

Darüber hinaus ist es natürlich wirtschaftlich totaler Unsinn und wird nichts an der aktuellen Lage der Krankenhauser ändern.
Wenn jemand alleine Geld dafür erhält, dass Kapazitäten aufgebaut werden, diese dann nicht genutzt werden und möglicherweise freigehalten werden (wir erinnern uns an die Coronazeit), was passiert dann? Richtig! Nichts anderes als in der Vergangenheit auch. Ich baue Kapazitäten auf, “verkaufe” diese, belege sie aber nicht. Schon bekomme ich 60% der potentiellen Erlöse und brauche die Abteilung nicht mit dem notwendigen Personal und der technischen Ausstattung zu bestücken. Ich halte sie ja vor und bekomme 60% der möglichen Erlöse dafür, dass ich die Leistungen “vorhalte”. Jeder Ökonom aus der freien Wirtschaft hat schon immer aufgrund dieser Absurdität der Deutschen Krankenhausfinanzierung die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen.

Im nächsten Leben mache ich ein Krankenhaus “auf”, melde Kapazitäten und Leistungen an, halte diese vor, gehe aber nie an den Start, liege schön in der Karibik am Strand und lasse mir die Sonne auf den Bauch brennen.

“Noch Fragen, Kienzle? Ja, Hauser!” Wann kommt endlich ein Gesundheitsminister, der Ahnung von dem hat, was er tut?