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Rückenschmerzen

Immer wieder sind Patienten überrascht, über die heute doch übliche Zurückhaltung in der Diagnostik und Therapie bei plötzlich auftretenden Rückenschmerzen. Gerade wenn ich im Notfall-/Bereitschaftsdienst gerufen werden, wenn plötzlich Rückenschmerzen aufgetreten sind, bin ich hinsichtlich Diagnostik und Therapie sehr restriktiv.

75% aller Patienten erleiden im Laufe ihres Lebens mindestens einmal plötzlich auftretende Rückenschmerzen, die in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle vom unteren Rücken (Lendenwirbelsäulenbereich) ausgehen. Treten diese ohne weitere Komplikationen wie ungewollter Harn- oder Stuhlabgang auf und gehen auch nicht mit einer (zunehmenden) muskulären Symptomatik wie beispielsweise einem Kraftverlust oder Reflexverlust einher, so sollte sich die Diagnostik entsprechend der Leitlinien der AWMF auf eine ausführliche Anamnese beschränken. Die Therapie besteht in einer guten Schmerztherapie sowie leichten körperlichen Bewegungen und Wärme. Dieses rate ich auch stets meinen Patienten.

Weitergehende bildgebende diagnostische Maßnahmen wie CT, MRT oder weiteres ist in der Regel nicht indiziert. Nur wenn es zu Komplikationen kommt, bin ich sehr schnell dabei, entsprechende Überweisungen an Fachkollegen auszusprechen, um ein genaues Bild über den Zustand des Halteapparates zu bekommen.

Die doch deutliche Zurückhaltung hinsichtlich einer Bildgebung hielt in den letzten Jahren immer mehr Einzug in die moderne Medizin. Festgestellt hat man, dass die vorliegenden Befunde meistens überhaupt nicht mit der klinischen Symptomatik in Übereinklang zu bringen sind und somit die Therapie an der Klinik und nicht an der Diagnostik auszurichten ist.

Dieses Vorgehen wurde nunmehr erneut in einer Untersuchung bestätigt. Sie können sich den Bericht gerne hier ansehen.

Somit zeigt es sich wieder einmal mehr, dass nicht immer alles gut und hilfreich ist, was wir in der modernen Medizin einsetzen können, sondern das Gespräch und die ausführliche Anamnese vor jeder, insbesondere bildgebenden Diagnostik, noch dazu wenn sie mit einer Strahlenbelastung einhergeht, stehen sollte.

 

24.09.2015

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