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Schützt Aspirin vor Herzinfarkt?

Aspirin ist eines der am häufigsten eingenommenen Medikamente und darüber hinaus freiverkäuflich.

Ärzte geben es sehr oft in einer Dosierung von 100mg bei Patienten nach einem Herzinfarkt, um diese vor einem neuen Ereignis zu schützen. Aspirin führt dazu, dass die Thrombozyten, die Blutplättchen, die für die Blutgerinnung zuständig sind und somit ein Gefäß verschliessen können, was in der Folge zu einem Infarkt führt, sich nicht mehr „verklumpen“ können, wodurch die Blutgerinnung teilweise unterbunden wird. Die Wirksamkeit von Aspirin bei Patienten nach einem Herzinfarkt zur Vorbeugung eines erneuten Ereignisses ist in vielen Studien nachgewiesen worden.

Ausgehend hiervon führte dieses zu Überlegungen, ob Aspirin in der selben Dosierung (100mg) nicht grundsätzlich zur Primärprävention, also zum vorbeugenden Schutz, eines Herzinfarktes geeignet wäre. Ohne entsprechende Untersuchungen führte dieses in der Vergangenheit oftmals dazu, dass Ärzte die prophylaktische Einnahme von Aspirin 100mg großzügig empfohlen haben.

Wie leider oftmals in der Medizin sind zwei einzelne, für an sich richtige Aussagen nicht mit einander verknüpfbar. Nun hat eine Studie gezeigt, dass die prophylaktische Einnahme von Aspirin 100mg zwar keinen nachteiligen Effekt auf ein kardiovaskuläres Ereignis (z.B. Herzinfarkt) gegenüber Placebo aufweist. Allerdings traten schwere unerwünschte Ereignisse (Blutungen) unter Aspirin deutlich häufiger auf als unter Placebo. Wenn man die beiden Ereignisse (kardiovaskuläres Ereignis und schwere Blutungen) ins Verhältnis setzt, so zeigt sich, dass die unerwünschten Ereignisse dem der Primärprävention (Schutz vor einem kardiovaskulären Ereignis) deutlich überlegen sind, womit Aspirin zur Primärprävention vor einem kardiovaskulären Ereignis denkbar ungeeignet ist. Außerdem war bei dieser Untersuchung die Sterblichkeit in der Aspiringruppe deutlich höher als in der Placebogruppe.

Somit ist von der prophylaktischen Einnahme von Aspirin zur Vermeidung kardiovaskulärer Ereignisse abzuraten.

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