Wenn man die Meldungen gerade liest, dann verheissen diese nichts Gutes:

Bei web.de ist beispielsweise folgendes zu lesen:

♦ Merkel warnt: “Schwierige Wochen, die vor uns liegen”

♦ Dramatischer Appell aus der Wissenschaft: “Jeder Tag des Abwartens kostet Menschenleben”

♦ Inzidenz erreicht mit 277,4 neuen Höchstwert – 45.081 Neuinfektionen

♦ Kliniken bereiten Patientenverlegungen vor – Lage spitzt sich zu

♦ WHO warnt vor zu zögerlichen Corona-Verschärfungen

♦ Bundestagspräsidentin rät zu Verzicht auf größere Weihnachtsfeiern

♦ Die Leopoldina stellt vor dem harten Corona-Winter drastische Forderungen auf

Die Expertengruppe Leopoldina will deswegen auch an das sensible Thema der persönlichen Daten ran.

Aber nicht nur bei web.de gibt es solche Meldungen. Egal wo Sie hinsehen, überall! 

So beispielsweise bei n-tv.de

Infektionsgeschehen explodiert

Corona-Lage außer Kontrolle

Das sind keine schönen Meldungen, die wirklich das Drama sehr deutlich beschreiben.
Und in der Tat, die Inzidenz ist so hoch wie noch hinsichtlich der Coronainfektionen, wie die folgende Grafik zeigt.


Quelle: Tagesschau

Wann sollte eine Erkrankung zu derartigen Horrorszenarien, wie sie heute wieder überall zu lesen sind, führen? Ich denke, wenn sie zu einer starken Infektionsausprägung führt und viele Patienten ärztlichen stationär behandelt werden müssen.
Derzeit sehen wir in unseren Arztpraxen enorm viele obere Atemwegserkrankungen, viele mit einem positiven SARS-CoV-2 Test. Auch heute war ich wieder bei einem Hausbesuch bei einer Patientin, die einen positiven SARS-CoV-2 Test hat.
Aber führen viele obere Atemwegserkrankungen zwangsweise zu einer Überlastung der stationären Gesundheitsstrukturen und enden tödlich? Die Patienten, die ich derzeit mit SARS-CoV-2 betreue, betreue ich durchweg alle ambulant. Sie haben teilweise Fieber, in der Regel aber eher nur subfebrile Temperaturen. Keiner der von mir betreuten Patienten hat einen Abfall der Sauerstoffsättigung, was ein deutlicher Hinweis auf eine (schwere) Lungenentzündung wäre. Wenn man die Lunge auskultiert (abhört), dann hören sich die Lungen meiner Patienten allesamt völlig normal und unauffällig an.

Wäre es daher nicht besser, wir würden endlich wegkommen von dem Starren auf die Inzidenz und hinkommen zu der bereits häufig geforderten Hospitalisierungsquote? Würden wir dieses tun, ergibt sich ein vollständig anderes Bild.

Quelle: Statistika

Die Hospitalisierungsquote ist gering, sie war noch nie besonders hoch und ist derzeit sogar deutlich am fallen. Die Todesfälle sind nach wie vor fast nicht wahrnehmbar und wie Sie rechts unter “Hinweise und Anmerkungen” lesen können, handelt es sich bei den Todesfälle um “Todesfälle im Zusammenhang mit einer COVID-19-Infektion”. Daraus lässt sich ableiten, dass es noch nicht einmal reine COVID-19 Todesfälle sind sondern, nach wie vor, nicht differenziert wird zwischen an oder mit Corona gestorben (anders selbstverständlich bei den Todesfällen nach einer Impfung).

Warum wird nicht endlich die Hospitalisierungsquote als Indikator genommen?