Überfüllte Krankenhäuser?

Können Sie sich noch an den Jahresanfang und den Beginn des 2. Quartals 2020 erinnern? Da wurde eilig in Berlin ein neues Krankenhaus gebaut. Speziell nur für Coronapatienten, da die anderen Krankenhäuser drohten auf Grund der enormen Überlastung zu kollabieren.
Schon damals war absehbar, dass es sich bei dem Corona-Behandlungs-Zentrum, das sogar eine eigene Internetpräsenz erhielt, um reinen Populismus handelte. Entweder wir hätten tatsächlich eine Pandemie derart gehabt, dass wir an die Kapazitätsgrenzen der deutschen Krankenhäuser hinsichtlich der Versorgung durch fehlende Bettenkapazitäten gelangt wären, dann wären die zusätzlichen 500 und auf bis zu 1.000 aufsteckbaren Betten, allenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen. Die zusätzlichen 500 Betten hätten nämlich ziemlich genau einer Kapazitätserhöhung von 0,1% der deutschen Krankenhausbetten entsprochen. Da muss die Frage erlaubt sein, wenn eine Krankenhausbettenkapazitätserhöhung um 0,1% ausgereicht hätte, um Kapazitätsengpässe zu vermeiden, was für eine Pandemie wäre das dann gewesen? Ist eine Pandemie nicht gerade dadurch gekennzeichneten, dass es zu einer starken “(…)  Ausbreitung einer Infektionskrankheit mit hohen Erkrankungszahlen und i.d.R. auch mit schweren Krankheitsverläufen (…)” kommt? Stark und Bettenkapazitätserhöhung um 0,1%? Das geht irgendwie nicht ganz zusammen. Es hätte also, so es tatsächlich eine Pandemie gegeben hätte, niemals ausgereicht, die Bettenkapazitäten lediglich um 0,1% zu erhöhen. Es hätten weitere Krankenhäuser wie Pilze aus dem Boden schiessen müssen. Natürlich ist das nicht passiert, da damals schon absehbar war, dass es sich bei dem Corona-Behandlungs-Zentrum in Berlin lediglich um Populismus handelte.

Um das Ganze aber nicht ganz so offensichtlich als krasse Fehlinvestition erkennen zu lassen, wurde dann im Laufe des Jahres mehrmals darüber berichtet, wobei immer der Eindruck erweckt wurde, es würde zwingend noch benötigt werden und sogar über eine Laufzeitverlängerung des Corona-Behandlungs-Zentrums wurde berichtet. Egal wie lange die Laufzeit verlängert werden wird. Es wird niemals mit auch nur einem einzigen Coronapatienten belegt werden müssen.
Dafür sind wir in Deutschland viel zu gut aufgestellt, was die medizinische Versorgungssituation betrifft.

Wenn man jedoch bei Google nach “krankenhaus überlastet corona” sucht, könnte man doch noch etwas Angst bekommen und die Situation um das Corona-Behandlungs-Zentrum anders beurteilen. Das Googleergebnis sieht nämlich wie folgt aus:

 

 

Die deutschen Krankenhäuser scheinen an der absoluten Kapazitätsgrenze zu arbeiten. In den letzten Tagen hat man mehr und mehr gelesen, im Internet gesehen und den Talkshows gehört, dass die Mitarbeiter völlig überlastet seien, man wüßte überhaupt nicht mehr, wo man mit den Patienten hin sollte und das scheinbar so negativ bei Laien besetzte Wort der Triagierung wurde in den Mund genommen. Wenn aber die Kliniken am absoluten Maximum arbeiten würden, völlig überlastet wären und die Mitarbeiter deshalb bis zur Erschöpfung arbeiten würden, passt es nicht so ganz ins Bild, dass die Deutsche Krankenhausgesellschaft Alarm schlägt, weil die Kliniken bald keine Löhne mehr zahlen könnten. Jedes Unternehmen, das an der Kapazitätsgrenze arbeitet, macht zumindest erst einmal einen sehr guten Umsatz. Wenn es seine Leistungen dann zu teuer anbietet, ist zwar der Gewinn dahinter Löhne können bezahlt werden. Die Behandlung von Coronapatienten ist jedoch nicht so wirklich teuer. Es gibt keine hochspezialisierten, extrem teuren Medikamente, wie beispielsweise bei der Hepatitis C Behandlung. Wenn überhaupt, dann werden die Patienten beatmet und bekommen fiebersenkende und entzündungshemmende Medikamente. Alles Standardmedikamente, die sich im Bereich weniger Euros bewegen. Und wie wir heute wissen, werden Coronapatienten sogar so spät wie möglich beatmet, haben also noch nicht einmal etwas auf den teueren Intensivstationen verloren. 

Man möchte fast fragen, wann die Pandemie denn nun endlich kommt. Denn bald wird es schon wieder Frühling, dann gehen die Zahlen für die (oberen) Atemwegsinfektionen definitiv auf ganz natürliche Weise wieder zurück und schon jetzt können Krankenhäuser möglicherweise Löhne nicht mehr zahlen, eben weil überhaupt kein ausreichender Umsatz mehr generiert werden kann. Die Betten stehen einfach leer, es gibt keine Überlastung, allenfalls punktuell eine starke Auslastung. Perspektivisch wird es auch keine wesentliche Auslastung mehr geben. 

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Dr. med. Matthias Keilich