Wer hätte das gedacht. Da sind 80% der erwachsenen Bevölkerung vollständig gegen Corona geimpft und dennoch rollt und rollt die vierten Welle. Wenn man den Prophezeiungen Glauben schenken darf, wird es sogar noch schlimmer als jemals zuvor. Da hilft nur noch 2G oder sonstige massiv einschneidende Massnahmen, die vermutlich alle nicht, wie auch schon in der Vergangenheit, mit dem Grundgesetz vereinbar sind. Aber wen interessiert das? Schließlich müssen wird unsere Intensivstationen vor der nie da gewesenen, aber bereits letztes Jahr lauthals verkündeten Überlastung, schützen. Oder vielleicht ist es dieses Jahr doch schlimmer? Dann müßten die 20% nicht geimpften Erwachsenen zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen und damit dieses Jahr das schaffen, was letztes Jahr zur selben Zeit 100% Ungeimpfte (da gab es bekanntermaßen noch keinen Impfstoff) zum selben Zeitpunkt nicht geschafft haben und schon letztes Jahr um dieselbe Zeit gab es nicht wirklich etwas auffallendes. Das sollte zu denken geben, einen Schritt zurück treten lassen und noch einmal besonnen nachdenken lassen.
Fangen wir bei den nackten Zahlen an. Die folgende Grafik zeigt die täglichen neuen Coronafallzahlen.

Wie man sehen kann, sind also dieses Jahr tatsächlich deutlich mehr Coronafälle als letztes Jahr zum selben Zeitpunkt zu verzeichnen und zwar fast 50% mehr. Sollten sich also dieses Jahr die Prophezeiungen doch bestätigen?
Auf jeden Fall führt uns das zu weiteren Betrachtungen. Wenn es zu 50% mehr Fällen kommt, dann könnten die Intensivstationen doch wirklich an ihr Limit geraten bzw. im Vergleich zu letztem Jahr um diese Zeit, wo sie es ja bereits waren, weshalb Operationen verschoben und dringend notwendige Eingriffe abgesagt werden mußten, völlig überlastet sein.
Sehen wir uns also als nächstes die Situation auf den Intensivstationen an.


Quelle: Intensivregister

Überproportional viele Coronapatienten werden nicht auf den Intensivstationen behandelt. Das bedeutet natürlich noch lange nicht, dass die Intensivstationen nicht völlig überfüllt sind. Also müssen wir uns die Gesamtsituation auf den Intensivstationen als nächstes ansehen.

Hinsichtlich der intensivmedizinisch behandelten COVID-19 Patienten kann man feststellen, derzeit ist im wahrsten Sinne des Wortes Ebbe (-11%).
Wenn aber die COVID-19 Patienten möglicherweise nicht das Problem der Überlastung darstellen, wie sieht die Gesamtsituation auf den Intensivstationen aus? Möglich wäre, dass dort nicht überproportional viele COVID-19 Patienten behandelt werden, aber die Umgeimpften, denn nur die lösen ja bekanntermaßen die vierte Welle aus, andere Erkrankungen haben, die sie auf die Intensivstationen führen.

Insgesamt sieht das alles relativ vergleichbar von vor einem Jahr aus. Aber ACHTUNG!!!! Das täuscht. Es ergeben sich massive Veränderungen, die ich im folgenden nochmal genau tabellarisiert habe. 

Da wird über die vierte Welle geredet, die und dann sind dieses Jahr 2,5% weniger Betten belegt? Darüber hinaus ist diese so gefährlich, dass sogar noch über die Hälfte der bisher freistehenden Betten abgebaut wurden und nicht genug damit, auch noch die Notfallreservekapazitäten wurden um über 1/5 reduziert. 

Wenn Sie mir in der Sprechstunde erzählen würden, sie wohnen mit ihrer hochschwangeren Frau und ihren 3 Kindern in einer 10 Zimmer Villa und hätten überhaupt keinen Platz mehr wäre ich beeindruckt ob der Platznotwendigkeit, die sie scheinbar benötigen. Aber gut, Sie entscheiden wieviel Platz Sie benötigen, nicht ich. Wenn Sie mir dann aber im weiteren Verlauf erzählen würden, sie seien erst im Laufe der letzten 12 Monate aus einem 1.200qm Schloß mit 20 Zimmern aus Kostengründen in diese kleine Villa umgezogen und hätten nun wirklich überhaupt keinen Platz mehr für das ungeborene Kind wäre dieses mit der Situation auf den Intensivstationen vergleichbar. An den Rahmenbedingungen (3 Kinder, Frau, Möbel, Kleidung, etc.) hat sich überhaupt nichts geändert, aber Sie haben den Ihnen zur Verfügung stehen Platz verkleinert. Dann dürften Sie aber auch nicht über den Platzmangel klagen, der entstanden ist.

Zurück zum Anfang des Artikels, denn es geht ja um die vierte Welle und das, obwohl wir einen so hochwirksamen Impfstoff haben, wie uns das Bundesgesundheitsministerium auf seinen Seiten wissen lässt. Die relative Wirksamkeit liegt schließlich bei 95%. Da können doch, wenn 80% der Erwachsenen geimpft sind, die verbleibenden 20% keine Pandemie mehr auslösen, außer es gibt gar keine 95% Wirksamkeit. In der Tat. Die absolute Wirksamkeit liegt bei mageren 1,23%, nachzurechnen in der “ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS” zu Comirnaty. Wenn das Virus “generell sehr leicht übertragbar ist”, wie uns das Bundesgesundheitsministeriums auf seinen Seiten (Link oben am Anfang des Absatzes) weiter wissen lässt, stellt sich erst einmal die Frage, was ist eigentlich leicht? Wenn SARS-CoV-2 leicht übertragen wird, wie werden dann Varizellen übertragen, die für Windpocken verantwortlich sind oder Pneumokokken, die für Lungenentzündung verantwortlich sind oder das wirklich hoch gefährlich Marburg und Ebolavirus? Aber gehen wir davon aus, SARS-CoV-2 wird sehr leicht übertragen, würde es ein Problem darstellen, wenn viele Menschen daran schwer erkranken oder, noch schlimmer, sterben würden. Die IFR (Infection fatality rate, die Rate derer, die an einer Infektion mit einem bestimmten Erreger versterben) liegt bei SARS-CoV-2, wie wir bereits seit über einem Jahr wissen, zwischen 0,15 und 1,5% und ist damit der, der Influenza mehr als vergleichbar. Also ist eine sehr leichte Übertragung zwar sehr bedauerlich aber es stellt das Gesundheitssystem keinesfalls vor eine nie dagewesene Herausforderung. 

Das Bundesgesundheitsministerium lässt uns auf der bekannten Seite (Link oben) auch wissen, dass das “Virus auch durch asymptomatische Personen übertragen werden kann”. Möglicherweise wird also somit die vierte Welle überhaupt nicht durch die Ungeimpften ausgelöst? Wenn sich die Geimpften auch weiterhin mit dem Coronavirus infizieren können, dann sind sie auch weiterhin Überträger des Virus. Fatal dabei scheint zu sein, dass die Impfung anschliessend nur noch zu “milden Symptomen” führt. Wer aber geht schon mit einem leichten Schnupfen oder einem kleinen Husten, wenn er kein Fieber hat, nicht mehr zu Arbeit, nicht mehr ins Theater, nicht mehr in die U-Bahn sondern bleibt zu Hause und legt sich ins Bett für beispielsweise 14 Tage? Wird nicht gerade möglicherweise der Geimpfte dann eventuell zum Super-Spreader? Denn der Ungeimpfte ist eher krank mit entsprechenden Symptomen, er legt sich ins Bett (auf die Intensivstation wird er mit aller Wahrscheinlichkeit nicht kommen, wie wir oben gesehen haben) und verteilt die Viren nicht weiter im Gegensatz zum Geimpften.
Wenn dem aber so wäre, wie sinnvoll sind dann 2G und andere Maßnahmen oder sollte nicht endlich ein generelles Umdenken stattfinden? Schaffen wir wirklich mit den derzeitigen Maßnahmen und der Massenimpfung die Beendigung des Zustandes?

Einen schönen Spruch, den ich vor kurzem erhalten habe, möchte ich an dieser Stelle aufführen, da er so schön passt:
Bei 2G sind die Ungeimpften nicht dabei und bei 3G nachweislich gesund. Und jetzt sollen sie die Pandemietreiber sein?