Was würden Sie erwarten, wenn ein Eingriff, eine Technik, ein Medikament zu schwerwiegenden Komplikationen führen kann und Sie an für sich gesund sind? Würden Sie dieses Medikament einnehmen, obwohl Sie doch gesund sind? Würden Sie diesem Eingriff zustimmen, obwohl er nicht zwingend notwendig ist?

Was würden Sie von einem Arzt halten, der Ihnen sagt, aufzuklären hierüber würde ausreichen und weiterhin das entsprechende Medikament “bewirbt”, verschreibt oder den entsprechenden Eingriff propagiert? Sehr wahrscheinlich würden Sie diesen Arzt nicht mehr aufsuchen und ein Aufschrei, der durch die Presse gehen würde, weil dieser Arzt die ihm anvertrauten Patienten massiv schädigen würde, wäre nicht verwunderlich.
Umso verwunderlicher ist es, wenn genau das Gegenteil geschieht, wenn ein Arzt es in Kauf nimmt, absolut gesunde Patienten massiv zu schädigen. Noch viel schlimmer aber ist es, wenn dieser Arzt auch noch breit in der Öffentlichkeit seine Meinung ohne Konsequenzen kundtun kann. Ich spreche von Karl Lauterbach, seiner Reaktion auf den Stopp der Immunisierung gegen SARS-CoV-2 mittels der AstraZeneca Technologie und u.a. seinem Interview im Deutschlandfunk. Wörtlich sagte er in diesem Interview: “Man habe es zwar mit einer schwerwiegenden Komplikation zu tun und der Zusammenhang zum Impfstoff sei sehr wahrscheinlich, darüber aufzuklären hätte aber ausgereicht”. Hätte es das?
Sehen wir uns einmal die Daten des Paul-Ehrlich-Institutes (PEI) an, das für die Zulassung und die Überwachung u.a. von Impfstoffen in Deutschland zuständig ist.

In der Zeit vom 01.01.2000 – 31.12.2020 sind dem PEI insgesamt 54.488 Verdachtsfälle über Komplikationen nach Impfungen gemeldet worden. Davon wurden 24.438 (49%) als schwerwiegend eingeschätzt. In 456 Fällen (0,8%) kam es zu Todesfällen, die vermutlich im Zusammenhang mit einer Impfung stehen. Die Anzahl der in diesem Zeitraum durchgeführten Impfungen ist nicht sicher erfasst. Wenn man die jährlich durchgeführten Influenzaimpfungen von etwa 20 Mio. zu Grunde legt, so sind in diesen 21 Jahren (1.092 Wochen) weit über 500Mio. Impfungen durchgeführt worden.

Seit dem 27.12.2020 bis zum 04.03.2021 werden die Komplikationen durch die Immunisierung gegen SARS-CoV-2 separat erfasst, da diese Technologie nur eine bedingte Zulassung bis Jahresende erhalten hat. In diesem Zeitraum (9,5 Wochen) sind dem PEI 11.915 Verdachtsfälle über Komplikationen nach der Immunisierung gegen SARS-CoV-2 gemeldet worden. Davon wurden 1.906 (16%) als schwerwiegend eingeschätzt. In 330 Fällen (2,8%) kam es zu Todesfällen, die vermutlich im Zusammenhang mit einer Impfung stehen. Hier sind jedoch die Immunisierungen genau erfasst, es waren 5.910.537.

In der folgenden Tabelle sind die Zahlen nochmals gegenüber gestellt, damit sie übersichtlicher sind.

Es zeigt sich, dass durch die Immunisierung gegen SARS-CoV-2 im Vergleich zu normalen Impfungen massive Nebenwirkungen aufgetreten sind und gemeldet wurden. Die vermutlichen Todesfolgen, die im Rahmen mit der Immunisierung gegen SARS-CoV-2 auftreten, liegen alleine um mehr als 85mal höher als bei normalen Impfungen.

Einer der, wenn nicht der, wichtigste hippokratische Grundsatz, der allen ärztlichen Handlungen zugrunde liegt, lautet:

PRIMUM NON NOCERE = erstens nicht schaden

Insbesondere aber gilt dieses, wenn man an für sich gesunde Menschen prophylaktische Maßnahmen zukommen lässt, so beispielsweise im Rahmen von Impfungen oder Immunisierungstechnologien. Leider ist ärztliches handeln niemals ohne Risiken. Aber das Risiko muß stets den Nebenwirkungen überlegen sein, zumindest solange es sich nicht um eine absolut ausweglose Situation, die bei prophylaktischen Maßnahmen per Definition schon nicht vorliegen kann, handelt.
Aus diesem Grund halte ich die Aussage von Herrn Lauterbach hinsichtlich der Aussetzung der Immunisierung mittels der AstraZeneca Technologie in Deutschland für absolut verantwortungslos.
Nicht besser wird es, wenn die Komplikation, die ich im Rahmen von Maßnahmen herbeiführe, als behandelbar angesehen wird. So es sich nicht um die angesprochene ausweglose Situation oder einen absoluten Notfall handelt, entzieht es sich meiner ärztlichen Ethik, wie ich einen Patienten unter in Kaufnahme eines großen Risikos eventuell schade und dann auch noch arroganterweise sage, es handelt sich hierbei um eine behandelbare Komplikation. Worum geht es bei dieser behandelbaren Komplikation, von der Herr Lauterbach (als Kollege möchte ich ihn bewusst nicht betiteln) hier spricht? Es geht um die Sinusvenenthrombose. Die Sinusvenenthrombose ist ein schweres, in 10% der Fälle tödliches, Krankheitsbild, was in der Regel auf einer Intensivstation zu behandeln ist und einen absoluten Notfall darstellt. Hier noch von einer behandelbaren Komplikation zu sprechen, verkennt das Krankheitsbild vollständig und entbehrt jedweder ernsthaften ärztlichen Kompetenz.

Nur, weil sich Herr Lauterbach auch weiterhin mit der Technologie von AstraZeneca immunisieren lassen würde, wie er in dem Interview aussagt, kann er nicht daraus schlußfolgern, dass “der Nutzen das Risiko beträchtlich überschreitet”. Die Zahlen sprechen da wohl eine doch deutlich andere Sprache.

Sehr überraschend habe ich in dem Interview außerdem zur Kenntnis genommen, dass Herr Lauterbach die folgende Aussage getätigt hat: “Die Entscheidung von Jens Spahn (Anm.: Die Aussetzung der Immunisierung mittels der AstraZeneca Technologie) sei vertretbar, sie sei aber nicht alternativlos gewesen.” Ist nicht auch gerade Herr Lauterbach einer derjenigen, der als alternativlos in seinen Einstellungen beschrieben wird, weil er es ist? Wieso war jetzt die Entscheidung, aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse plötzlich nicht mehr alternativlos? Weil sie Herrn Lauterbach nicht ins Konzept passt oder weshalb? Denn die bekannt gewordenen Erkenntnisse können es nicht sein, diese lassen keine Alternative zum Anwendungsstopp zu, so man gewissenhaft arbeitet und den Satz primum non nocere verinnerlicht hat. Möglicherweise bedarf es dazu jedoch eines tagtäglichen persönlichen Kontaktes zu Menschen in einer Praxis und nicht nur darüber zu reden.