Derzeit wird über die 1G-Regel diskutiert, wie web.de am 26.08. berichtet hat. In Österreich ist die Diskussion wohl schon deutlich weiter als bei uns in Deutschland.

Helge Braun, der Kanzleramtsminister wird in dem Artikel zitiert, weshalb er für die Einführung der 1G-Regel ist. “Der Staat habe die Pflicht, die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger zu schützen.”. Das wäre, so es tatsächlich richtig wäre, eine sehr selektive Schutzfunktion des Staates. Übergewicht führt zu Diabetes mit der Folge von Herz-Kreislauferkrankungen, die jedes Jahr wieder zu den meisten Todesfälle in der Sterbestatistik führt. Rauchen verursacht COPD und Bronchialkarzinome. Alkoholisches Leberversagen führt jährlich zu deutlich mehr Todesfällen als Covid-19. Hier entfaltet der Staat keinerlei Schutzfunktion seinen Bürgern gegenüber. Alkohol ist nach wie vor frei verkäuflich in unbegrenzten Mengen. Ebenso verhält es sich mit Zigaretten und sonstigen Tabakprodukten.
Lungenentzündungen verursachen jedes Jahr tausende Todesfälle und immer wieder kommt es zu einer massiven Übersterblichkeit durch Influenza. In keinem der Fälle fühlt sich der Staat jedoch zu einem Schutz seiner Bürger verpflichtet.
Nach Art. 2, Abs. 2 des Grundgesetzes hat jeder das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. Hieraus lässt sich ableiten, dass ich die Freiheit habe, mit meinem Körper zu tun und zu lassen was ich möchte. Deshalb hat der Staat natürlich keine Schutzfunktion hinsichtlich Überernährung/Adipositas, Nikotinmißbrauch/COPD und Bronchialkarzinom, Alkohol/alkoholisches Leberversagen, Pneumokokkeninfektion/Lungenentzündung, Influenzainfektion/Influenza. Wieso sollte er dann plötzlich eine hinsichtlich der Coronainfektion erheben? Ganz im Gegenteil, das Recht auf eine Selbstbestimmung des Lebens geht inzwischen soweit, dass das höchste deutsche Gericht das Recht auf Selbstmord, völlig egal aus welchen Gründen auch immer, im Feb. 2020 bestätigt hat. Dieses schließt also auch das Recht auf ein Sterben durch eine eventuelle Covid-19 Erkrankung ganz eindeutig ein.

Perfiderweise führt Ulf Dittmer, der das Institut für Virologie am Uniklinikum Essen leitet, aus: “Für Geimpfte gilt: Sie haben ein geringes Risiko, sich zu infizieren und das Virus zu verbreiten, außerdem besteht für sie fast kein Risiko einer mittleren oder schweren COVID-19-Erkrankung”. Hieraus liesse sich ableiten, dass man nicht die einzelne Person an sich schützt, durch die zu ergreifenden Maßnahmen sondern die, die möglicherweise geschützt werden möchten, es, aus welchen Gründen auch immer, aber selber nicht können. Das funktioniert allerdings nicht, denn die Impfungen sind allesamt nur für folgende Indikation zugelassen: “Comirnaty wird zur aktiven Immunisierung von Personen ab 12 Jahren zur Vorbeugung von COVID-19 durch das SARS-CoV-2-Virus angewendet.” Die Impfungen, egal womit (da in allen Fachinformationen in etwas das Gleich steht), sind ausschließlich für die Vorbeugung vor einer COVID-19 Erkrankung zugelassen und somit wirksam ist. Weder sind sie  zugelassen und wirksam für ein geringeres Risiko sich zu infizieren, noch eine Virusverbreitung zu stoppen. Über eine mögliche Risikoreduktion gibt die Fachinformation überhaupt keine Aussagen. Wie ein dennoch eventuell auftretender Krankheitsverlauf ist, kann überhaupt nicht vorhergesagt werden.