Die letzte Nachricht beschäftigte sich mit der Veröffentlichung der Studie COVID-19 mRNA Vaccination and 4-Year All-Cause Mortality Among Adults Aged 18 to 59 Years in France, die Lauterbach umgehend dazu nutzte, unkritisch für die modRNA-Impfung, unter Zuhilfenahme von Verunglimpfungen anders denkender Menschen, zu werben. 

Bereits zuvor gab es eine Veröffentlichung, die die modRNA-Technologie in einem gänzlich anderen Licht erschienen lies. Es war eine koreanische Studie mit dem Titel 1-year risks of cancers associated with COVID-19 vaccination: a large population-based cohort study in South Korea.

Zu der französischen Studie habe ich in der letzten Nachricht bereits einen Kommentar auf die Veröffentlichung von Lauterbach auf seinem X-Account wiedergegeben.
Gerne möchte ich nochmal beide Studien gegenüberstellen. Ist eine besser gemacht als die Andere und kann man tatsächlich aus den Untersuchungen Pro oder Contra für oder gegen die Anwendung der modRNA-Technologie schließen?

 

Fangen wir nochmals mit der französischen Studie an, die eine deutliche Überlegenheit der mod-RNA-Technologie im Rahmen des COVID-Schutzes vorzugeben scheint.

 

Was sagt die französische Studie aus?

Untersucht wurden 22.767.546 Personen, bei denen die modRNA-Technologie angewendet (Gruppe I) wurden im Gegensatz zu 5.932.443 Personen, bei denen es zu keiner modRNA-Technologie-Anwendung kam (Gruppe II). Während der Beobachtungsdauer starben in der Gruppe I insgesamt, egal an welcher Erkrankung auch immer, 98.429 Personen, was 0,4% entspricht. In der Gruppe II starben insgesamt 32.662 Personen, was 0,6% entspricht. In der Gruppe I starben insgesamt 74% weniger an einer schweren COVID-19 Erkrankung im Vergleich zur Gruppe II. Selbst wenn man COVID-19 als Todesursache ausser Acht lässt, zeigt sich, dass die in der Gruppe I (Anwendung der modRNA-Technologie), eine geringere Mortalität aufwiesen als in der Gruppe II, wo es nicht zu einer Anwendung der modRNA-Technologie gekommen ist.
Es wird explizit ausgeführt, dass Sensitivitätsanalysen zeigten, dass die Gruppe I eine niedrigere Mortalitätsrate aufwies und diese selbst nach sechs Monaten noch 29% unter denen der Gruppe II lag.
Weil insgesamt über einen Betrachtungszeitraum von vier Jahren in der Gruppe I die Todesarten nicht über denen der Gruppe II lag, wird geschlussfolgert, dass die modRNA-Technologie in der Anwendung sicher sei.

 

Was ist an der französischen Studie kritisch zu hinterfragen?

Es wird angegeben, dass durch die Anwendung der modRNA-Technologie weniger Menschen in der Gruppe I an einer COVID-Erkrankung gestorben sein. Die Todesursache wurde aus anonymisierten Daten erhoben. Nicht ausgeführt wird, wie die Todesursache COVID-19 sicher gestellt wurde oder ob es sich hierbei nur um die Diagnose im Rahmen einer äußerlichen Leichenschau handelt. Möglicherweise sind die betroffenen Personen aufgrund schwerer Grunderkrankungen zum Zeitpunkt des Todeseintritts ursächlich an dieser und lediglich mit COVID-19 gestorben, was jedoch fälschlicherweise dann als Todesursache erfasst wurde. Die sichere Todesursache COVID-19 erfolgte also nicht nachvollziehbar.
Selbst wenn man die COVID-19 Todesfälle aus der Betrachtung heraus lässt, ist die Gesamtmortalität der verbliebenen Todesfälle noch immer unter denen der Gruppe II, in denen die modRNA-Technologie nicht zur Anwendung kam. Dieses zeigt ganz eindeutig, dass die Untersuchung einen massiven Bias (Verzerrung) aufzuweisen scheint. Es ist nicht erklärlich, wieso Selbstmorde, Lungenembolien, Todesfälle durch Verkehrsunfälle, Arbeitsunfälle, etc. durch die Anwendung der modRNA-Technologie gesenkt werden könnten.

 

Zeigt die französische Studie die Sicherheit der mod-RNA-Technologie?

Nein. Die französische Studie kann nicht die Sicherheit der mod-RNA-Technologie im Rahmen eines COVID-Schutzes aufzeigen. Die Studie hat einen massiven Bias, der die Studie unbrauchbar erscheinen lässt, um diese Frage zu beantworten. Hier müssen sich auf jeden Fall weitergehende Untersuchungen anschliessen, um diese Frage mit Sicherheit beantworten zu können.

 

Sehen wir uns die koreanische Studie näher an, die scheinbar genaue das Gegenteil herausgefunden hat.

 

Was sagt die koreanische Studie aus?

Ausgewertet wurden Daten von 8.407.849 Personen aus Südkorea zwischen 2021 und 2023. Die Daten stammen aus der Korean National Health Insurance Database. Unterteilt wurden die Personen  in zwei Gruppen, entsprechend der Anwendung der mod-RNA-Technologie oder der Nicht-Anwendung.
Signifikant erhöht waren folgende Tumore in der Gruppe derjenigen mit Anwendung der modRNA-Technologie: Schilddrüsenkrebs, Darmkrebs, Lungenkrebs, und Brustkrebs im Vergleich zu der Gruppe, die keine modRNA-Anwendung erhielten. Es zeigte sich, dass in der Gruppe mit der modRNA-Anwendung innerhalb eines Jahres die Krebsrate der genannten Tumore signifikant erhöht war. 

 

Was ist an der koreanischen Studie kritisch zu hinterfragen?

Die Studiendaten legen nahe, dass es innerhalb eines Jahres nach der Anwendung der modRNA-Technologie zu einem signifikanten Anstieg bestimmter Tumorarten kommt. Unklar ist, wieso gerade diese Tumore einen signifikanten Anstieg erfahren, andere Tumore scheinbar aber nicht davon betroffen sind.
Nicht untersucht wurden die Lebensgewohnheiten der beiden Gruppen. So wurde beispielsweise keine Aussage zum Nikotinabusus in den beiden Gruppen gemacht. Hier könnte eine deutliche Verzerrung der Daten vorliegen, wenn die Gruppe in der die modRNA-Technologie zur Anwendung kam, deutlich mehr Raucher aufweist als die Vergleichsgruppe. Darmkrebs hängt wesentlich von der Ernährung ab. Hier ist nicht ausgeschlossen, dass die Ernährungsgewohnheiten, inclusive des Alkoholabusus, sich in beiden Gruppen signifikant unterscheidet.
Brustkrebs bei Frauen kann eine deutliche genetische Disposition als Ursache haben. Hier wurde ebenfalls keine weitergehende genetische Untersuchung auf das vorliegen entsprechender Gene, die mit einem an für sich bereits erhöhten Brustkrebsrisiko assoziiert sind, durchgeführt.
Tumor wachsen unter Umständen schnell. Dass sie allerdings innerhalb eines Jahres so schnell nach der Anwendung der modRNA-Anwendung entstehen, erscheint unplausibel und es sollten weitere Untersuchungen folgen.

 

Zeigt die koreanische Studie die Gefährlichkeit der mod-RNA-Technologie?

Nein. Die koreanische Studie ist ungeeignet die Gefährlichkeit hinsichtlich einer Krebsentstehung, ausgelöst durch die Anwendung der modRNA-Technologie aufzuzeigen. Es kann sich hierbei lediglich um einen Anhaltspunkt handeln, den es jedoch gründlich weiter zu untersuchen gilt.

 

Zusammenfassung

Keine der beiden vorgestellten Studien kann entweder die Sicherheit oder eine gesteigerte Tumorrate durch die modRNA-Technologie nachweisen. Es werden lediglich interessante Daten in beiden Untersuchungen aufgezeigt, die jedoch weiter zu untersuchen sind.

 

Stand: 10.02.2026
Veröffentlicht: 15.03.2026

 

Der nächste Beitrag erscheint am 15. April. Er beschäftigt sich mit einem Artikel aus dem Tagesspiegel vom Februar diesen Jahres, der angeblich die Wirksamkeit der modRNA-Technologie aufzeigen würde, jedoch wiederum nur die Meinung des Autoren widerspiegelt.